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Schnee-Geschichten

Woher auch immer die Liebe zu Schnee stammen mag, ob sie im Kinderwagen entstand oder  eine neue Erfahrung ist, weit entfernt von einer südlichen Heimat, vielleicht auch einfach nur ein besonderes Highlight: Hier im sisterMAG geben sieben Personen sieben Gründe, wieso wir die weiße Schönheit lieben. Alle Schnee-Geschichten hat Autorin Bianca Demsa für euch zusammengetragen.

Schnee-Geschichten

7 Gründe, wieso wir Schnee lieben

Woher auch immer die Liebe zu Schnee stammen mag, ob sie im Kinderwagen entstand oder  eine neue Erfahrung ist, weit entfernt von einer südlichen Heimat, vielleicht auch einfach nur ein besonderes Highlight: Hier geben sieben Personen sieben Gründe, wieso wir die weiße Schönheit lieben.

James Bond von der Piste

Als Österreicherin war es fast eine Schande, dass ich nicht Skifahren konnte. Mit Anfang 30 dachte ich mir, jetzt wäre es an der Zeit und rief meine Cousine an. Sie arbeitete in einem schicken 5-Sterne-Hotel in Ischgl und dort hatten sie ihren eigenen Skilehrer: Erwin, der 75-jährige James Bond der Pisten und Skilehrer der Stars. Er hatte schon alle Promis von Richard Branson (ein exzellenter Skifahrer) bis Paris Hilton (eine katastrophale Skifahrerin) unterrichtet. Erwins Leidenschaft war Heliskiing und bei der Damenwelt war er genauso eifrig. Anstatt in der Hotelsuite zu schlafen, übernachtet er lieber in seinem winzigen, aber gemütlichen Wohnwagen auf dem Hotelparkplatz. Er war der beste Skilehrer, den ich je hatte und unvergesslich waren auch die Abende mit Speis und Trank in seinem Wohnwagen, umgeben von Hunderten von Promi-Klienten-Fotos. Ich muss unbedingt wieder einmal hin. Ich wette, dass der Erwin auch heute immer noch die Damen schwach macht.

Bianca, 44

Schnee-Teddy

Mein zweijähriger Kater Teddy war ein Geschenk meiner besten Freundin, als ich in New York gewohnt habe. Teddy wurde in South Dakota, USA, geboren. Dort gab es keinen Schnee. Als es für mich dann zurück nach Europa ging, habe ich Teddy natürlich mitgenommen. Ich lebte in einem wunderschönen Haus in Hamburg-Blankenese. Als es eines Morgens zu schneien begann, war Teddy von dem unbekannten weißen kalten Zeug überrascht. Das Ganze war ihm nicht geheuer, aber er machte den Test. Zuerst tauchte er mit der einen Pfote und dann mit der anderen hinein, dann jedes Mal langsamer und länger. Nach einer Weile hatte er sich so verliebt in den Schnee, dass er hineinsprang und sich mit großem Vergnügen darin wälzte. Dieser Moment war so niedlich und wirklich unvergesslich.

Mascha, 44

Zauberhafter Schulweg

Ich wuchs in der Steiermark auf und habe lebhafte Erinnerungen an metertiefen Schnee, Eiszapfen und gefrorene Finger. Es gab Wintertage, an denen meine Schwestern und ich auf rutschigen Wegen und schneebedeckten Sträßchen zur Schule gingen – ein richtiges Winter-Wunderland. Wir wurden dick eingepackt und mit Schals so hoch umwickelt, dass man kaum unsere Augen sehen konnte. Bis wir in der Schule ankamen, waren unsere Schals so festgefroren, dass man sie quasi auseinanderbrechen musste. Sehr gerne erinnere ich mich an Wochenenden, an denen wir mit unseren Winterstiefeln auf dem Schnee stampften, damit wir Schlittenwege hatten und an den köstlichen Geruch von gebackenen Äpfeln, der uns wieder in die gute Stube hineinlockte, in der wir als erstes unsere Eishände am AGA-Ofen aufwärmten.

Greta, 62

Ultimative Freiheit

Ich komme aus Bayern und da haben wir mehr als genug Schnee. Ich habe fast traumatische Erinnerungen an die Skischule in der achten Klasse. Da ich einfach nicht begabt war, wurde ich in die schlechteste Klasse eingestuft. Irgendwann aber fand ich das Skifahren richtig gut. Dann habe ich die ganzen Ski-Hotspots wie St. Moritz und Ischgl kennengelernt und auch als es eine längere Phase gab, in der ich lieber auf Wasser als auf Schnee Ski gefahren bin, vergaß ich nie, wie es geht. Schnee ist für mich wie nach Hause kommen. Die Aussicht genießen, die Piste schaffen und die zauberhafte Landschaft entdecken: Das ist pure Entspannung und die ultimative Freiheit. Schnee ist Schönheit, Frieden und ein Kunstwerk der Natur.

Gaby, 51

Zigarrenflocken

Meine schneegefüllte Erinnerung als kleiner Junge stammt daher, dass ich hinter dem Haus meiner Eltern Polarentdecker gespielt habe und viele »gefährliche« Missionen unter Brücken, durch Tunnel und Geheimtüren und auf dem zugefrorenen Teich erlebt habe. Eine weitere, allerdings jüngere Erinnerung verbinde ich mit meinem Vater. Wir haben die Tradition, dass wir zusammen eine Zigarre in seiner urigen Bar rauchen, die halb draußen unter freiem Himmel steht. Eines Abends, als ich auf ihn wartete, fing es plötzlich an zu schneien. Der erste Schneefall des Jahres und wenn man so etwas mitbekommt, ist es einfach zauberhaft. Die kleinen Flocken rieselten auf meine Jacke und in mein Gesicht und als mein Vater wieder da war, haben wir die tanzenden Flocken stundenlang beobachtet, während wir unsere Zigarren rauchten – ein Moment voller Zauber.

Christoph, 41

Kochträume

Mit Anfang dreißig habe ich in meiner Heimatstadt Hongkong als Koch gearbeitet. Dort habe ich mir auch den Film »Meine Lieder – meine Träume« angesehen und mich sofort in die Alpenlandschaft, die Kultur und die Musik verliebt! Meine Familie konnte es kaum glauben, als ich mich auf den Weg nach Vorarlberg in Österreich machte und dort eine Arbeit als Koch anfing. Eine Seltenheit damals: ein chinesischer Koch in Österreich! Der Herbst wurde zu Winter und spätabends fiel der erste Schnee. Außer im Fernsehen hatte ich noch nie Schnee »live« gesehen. In diesem Moment fühlte ich mich wie ein Kind zu Weihnachten, und noch in meiner Kochschürze rannten ich und zwei chinesische Kollegen raus, und es war… so… KALT! Und was haben wir als nächstes gemacht? Einen Schneemann gebaut natürlich, komplett mit Kochmütze und einer Möhrennase aus der Küche.

Peter, 69

Ein Hundeleben

Persönlich liebe ich Sonne und Wärme viel mehr als Schnee und Kälte. Andererseits waren die letzten Weihnachten hier in Schleswig-Holstein relativ schneefrei und gerade dann habe ich den Schnee vermisst. Früher hatte meine Familie einen Berner Sennenhund, der auf den Namen Lukas hörte. Lukas war ein sehr liebevoller Hund und er zog meinen Bruder und mich unermüdlich auf unserem Schlitten durch den Schnee. Wir Kinder liebten diesen Hund und ich glaube, er mochte den Schnee genauso sehr wie wir. Wir drei konnten es immer kaum erwarten, bis die ersten Flocken fielen.

Cynthia, 36