Follow my blog with Bloglovin

Digital Ladies Travel: Paris Reise Tipps bei Regen

Wir stellen die besten Paris Reise Tipps von Reise Journalistin Sophia Schillik (hier ihre bisherigen Artikel für sisterMAG lesen) für einen Besuch in der französischen Hauptstadt an regnerischen Tagen vor! Ob man Lust auf ein Café in Paris hat, eine Bäckerei, Chocolaterie oder ein tolles Restaurant besuchen will – wir haben jede Menge Adressen für Euch! Oder es steht euch der Sinn nach Sightseeing, Flohmärkten und verwunschenen Friedhöfen: Auch dafür hat Sophia Schillik in Paris Tipps und Inspiration gesammelt. Viel Spaß beim Lesen!

Als ich am Gare du Nord ankomme, fallen dicke Tropfen vom Pariser Himmel. Als hätte er gewusst, dass mein Programm für diesen verlängerten Weekend-Trip reichlich Café- und Restauranthopping, kulturelle Erkundungstouren, ein bisschen Flanieren und Shopping und jede Menge Entdeckerlust umfasst. Ich brauche fünf Minuten und ein Noisette, um mich neu zu sortieren, dann weicht die anfängliche Enttäuschung knisternder Vorfreude. Natürlich wünscht sich jeder Reisende Sonne, aber nichts kann meine Stimmung trüben. »Je m’en fou«, lächelt neben mir eine elegante Französin (»ach, ist doch egal«), wickelt sich den Schal um ihre perfekt frisierten Haare und springt hinaus in den Regen. Recht hat sie. Paris ist auch mit Wolkenbrüchen schön.

Boulangerie Du Pain et Des Idées

»Deux croissants et un pain au chocolat, s’il vous plaît«. Mit feuchten Schuhen, aber glänzenden Augen stehe ich eine knappe Viertelstunde in der Schlange und warte geduldig darauf, an der Reihe zu sein. Die kleine Bäckerei »Boulangerie Du Pain et Des Idées« im 10. Arrondissement hat den Ruf, die besten Backwaren der Stadt, vielleicht sogar ganz Frankreichs, anzubieten. Und ist längst kein Geheimtipp mehr, erst recht nicht seit der amerikanische Foodjournalist David Lebovitz sie zu seinem Favorit erkoren hat. Nicht nur Touristen aus aller Welt, auch die Pariser selbst sind Christophe Vasseurs großartigen Broten und himmlischen Viennoiseries verfallen und durchqueren für sie die halbe Stadt. Unbedingt auch probieren: Die Schneckem mit Pistazie und dunkler Schokolade und die Mandelcroissants.

Blumenläden Paris

Ganz Paris ist im absoluten Blumenfieber. An allen Ecken, in allen Arrondissements blüht und sprießt es, werden Sträuße gebunden und Kränze geflochten, Welten aus Farnen und Moosen in große Gläser gebannt. Sind das noch Floristen oder schon Künstler? Die so geschaffenen Werke sind zwar vergänglich, aber voller Zauber und filigraner Ästhetik.

Nue Atelier

Zu den Shootingsstars der Szene gehört auch die junge Floristin Claire Boreau. Im alten Maleratelier ihres Großvaters hat sie das Nue Paris, ihr Atelier Floral, eingerichtet und ihre Faszination für Blumen zu ihrem Beruf und ihrer Berufung gemacht.

Peonies

Ein wenig alltäglicher, aber mindestens genau so authentisch, geht es im »Peonies« auf der angesagten Rue du Faubourg Saint-Denis zu. Hier treffen Baristakultur und Blumenliebe im ersten »Café fleuriste« der City aufeinander. Das feminine Interieur mit der Türkis gefliesten Theke, viel hellem Holz, rosé- und messingfarbenen Elementen geht, ebenso wie das Konzept selbst, auf die Kappe von DJane und Model Clémentine Lévy. Serviert werden hübsch arrangierte Avocado Tartines, kreative Salate, wärmende Suppen, Granola mit Früchten und köstliche Kuchen, Matcha Lattes und bester Kaffee natürlich. Und beim Bezahlen nimmt man gleich noch ein paar neue, grüne Mitbewohner mit.

Flohmärkte Paris

Paris ohne Flohmarktbesuch ist wie ein Candle Light Dinner ohne Champagner: Natürlich geht es auch ohne, aber es macht mit einfach so viel mehr Spaß. Der Marché aux puces de Saint-Ouen liegt am nördlichen Rand von Paris, im 18. Arrondissement, und bieten auf einer Fläche von 12.000 qm auch zahlreiche überdachte Stände, verteilt auf 15 verschiedene Teil-Märkte, mitsamt pittoresken kleinen Hinterhöfen. Auf bzw. in denen tummelt sich allerlei Tand und Plunder, aber auch echte Raritäten und Antikes – vom hochwertigen Mobiliar über Geschirr und Besteck bis hin zu dekorativen Fundstücken vergangener Zeiten. Von den billigen Klamottenständen rundherum sollte man sich nicht abschrecken lassen, dahinter erstreckt sich der weltgrößte Flohmarkt und zugleich auch der älteste Flohmarkt Frankreichs: Seit 1885 wird hier gewühlt, gehandelt und gefeilscht.

HINKOMMEN: Mit der Métrolinie 4 fahrt ihr bis Porte de Clignancourt, von dort sind es ca. 10 Gehminuten unterm Regenschirm Richtung Norden. Achtung: Der Flohmarkt hat nur samstags, sonntags und montags geöffnet, jeweils von 10 bis 13 Uhr und von 14 bis 17.30 Uhr.

Beste Chocolaterie Paris

Was wäre das Leben ohne Schokolade? Oder Macarons? Oder Törtchen? Auf jeden Fall sinnlos. Die Pariser wissen das. In der Hauptstadt der Gourmets gibt es daher Chocolatiers und Pâtissiers wie Sand am Meer.

SOPHIAS FAVORIT: An regnerischen Tagen sollte man sich unbedingt eine der serotoninhaltigen Verführungen aus der Kakaoschmiede Chocolaterie Cyril Lignac des Sternekochs und Gastronomen gönnen. Seine Café-Chocolaterie in der Rue de Chanzy im 11. Arrondissement lässt die Herzen aller Fans des dunklen Goldes höher schlagen, die stilvoll illuminierte Theke und der traumhafte Fliesenboden sind ein echter Hingucker, die hübsch verpackten Tafeln außerdem ein tolles Geschenk. Hier kann man den nächsten Schauer ganz entspannt abwarten, ohne zu unterzuckern. Sehr zu empfehlen: Dunkle Schokolade mit Sesam und grünem Tee oder Milchschokolade mit Marshmallows und Karamell.

O/HP/E

Die Patisserie O/hp/e in der Rue du Château d’eau ist Concept Store, Café und Teilchenwerkstatt in einem. Im hinteren Teil kann man Table Ware und hübsche Accessoires für Zuhause shoppen, vorne sitzt man mit Blick auf die Straße bei einem Café Crème, Café au lait oder Cappuccino und genießt eines der handgemachten Törtchen, beobachtet vorbeiziehende Passanten oder vertrödelt genussvoll die Zeit.

Sightseeing trotz Regen in Paris

4 Roues sous 1 Parapluie

Der Name ist Programm und könnte an Regentagen wie diesen wohl kaum treffender sein: Bei »4 roues sous 1 parapluie« (übersetzt »4 verschiedene Routen unter einem Regenschirm«) wird man bequem platziert und dann souverän in einem alten Citroen 2 CV navigiert, entlang der jeweils festgesetzten Route, vorbei an den wichtigsten Hotspots der Stadt. Bonjour Arc de Triomphe. Salut Notre-Dame. Coucou Moulin Rouge! Wir hüpfen von einer Ente zur nächsten undpassieren, im Trockenen sitzend, nach und nach alle Must Sees: Die Champs-Elysées, die Place Vendôme mitsamt der Siegessäule, den Tuileriengarten, den Palais de Justice und so weiter, machen kurz am Eiffelturm Halt und drehen auf dem Vintage-Karussell zu seinen Füßen eine große Runde. Und steigen schließlich, als der Regen endlich eine Pause macht, für einen kurzen Besuch der Basilica Sacré-Coer auf dem Montmartre aus. Von den Stufen und noch weiter oben von der Kuppel der weißen Wallfahrtskirche, über eine steinerne Wendeltreppe erreichbar, hat man auch bei bewölktem Himmel einen tollen Ausblick auf das Häusermeer der Stadt.

Bester Lunch?

Hotspot-Hopping macht ausgesprochen hungrig. Aber wo soll man in einer Stadt wie Paris nur anfangen? Schließlich winken an jeder Ecke Verlockungen: Croque Monsieur. Moules Frites. Steak tartare. Austern. Rilettes. Und Käse, Käse, Käse. Die echte, die richtig gute und auch die neue, innovative französische Küche findet allerdings eher abseits der ausgetrampelten Pfade statt.

MOKONUTS

Im Mokonuts im 11. Arrondissement kommt montags bis freitags mittags das auf den Tisch, was Omar Koreitem und Moko Hirayama im Bauch von Paris ergattern konnten. Gemüse, Fleisch und Fisch verwandeln sich unter den kreativen Fingern des Gastro-Paars in köstliche Gerichte irgendwo zwischen Orient und Okzident, schlicht, aber immer mit einem gewissen Twist zubereitet. Frische und Geschmack sind das A und O.

LE VERRE VOLÉ

Das Le Verre Volé im 10. Arrondissement ist das, was man eine echte Bank nennt. Naturweinfans und Liebhaber richtig guter, authentischer Pariser Bistro-Küche pilgern hier schon seit gut 18 Jahren hin. Die Szenerie ist très sympa: Ein bisschen laut, ein bisschen eng, ein bisschen rustikal, ohne großes Chichi, aber ausgesprochen echt und ehrlich. Abends kann man à la carte auf die Pauke hauen, mittags gibt es eine günstige formule du midi.

Dinner / Casual Fine Dining in Paris

Septime

Das Septime gehört zu den aktuellen gastronomischen Überraschungen der Stadt. Mittlerweile ist es nicht mehr ganz einfach, dort einen Tisch zu bekommen. Seine puristische und fokussierte Art, eine neue französische Küche auf die Teller zu bringen, hat Bertrand Grébaut innerhalb kurzer Zeit bekannt gemacht. Trotz Michelin Stern geht es in dem kleinen Restaurant im 11. Arrondissement ausgesprochen lässig zu, es gibt weder weiße Tischdecken noch livrierte Kellner, dafür ein Feuerwerk an Geschmackserlebnissen zu, für ein Restaurant dieser Kategorie, absolut bezahlbaren Preisen. Der Star sind die Produkte – Obst und Gemüse aus biologischem Anbau, Fleisch und Fisch aus nachhaltiger Aufzucht – die Grébaut möglichst naturbelassen und dabei doch immer raffiniert, in einem Spiel aus Aromen und Texturen, zu einem stimmigen Ganzen verwebt.

Shopping in Paris

Paris ist aber nicht nur die Stadt des Gourmets, sondern natürlich auch die Stadt der Mode.

Die Galeries Lafayette besuche ich meist nur ihrer atemberaubenden Jugendstilarchitektur wegen – sie zieht mich immer wieder in ihren Bann.

Ansonsten gehört mein Herz den kleinen Labels und hübschen Boutiquen, in denen ich seit Jahren immer wieder fündig werde. Das sind zum Beispiel Des Petits Hauts, Sessun, Petit Bateau, French Connection, Comptoir des Cotonniers, Zadig et Voltaire und La petite francaise.

Must-See Museum Paris

Ein Besuch im Louvre ist natürlich ein absolutes Must. Europas größtes Museum umfasst auf mehr als 60.000 qm Werke aus unterschiedlichen Epochen und der unterschiedlichsten Kategorien, von Gemälden über Zeichnungen und Skultpuren bis hin zu Keramiken und archäologischen Funden.

Liebhaber moderner und zeitgenössischer Kunst wie mich zieht es vor allem aber immer wieder ins Centre Georges-Pompidou mit seinen hochkarätigen, stets tonangebenden wechselnden Ausstellungen. Allein schon der futuristischen, faszinierend eigenwilligen Architektur wegen lohnt sich ein Abstecher ins 4. Arrondissement. Von außen deutet nichts auf die inneren Werte des Ungetüms hin, das mehr an eine Industrieanlage als an einen Kulturbetrieb anmutet. Man passiert die Einlassschleusen und wird in der Fußgängerröhre per Förderband hoch in die Schaltzentrale gepumpt. Oben angekommen eröffnen sich Welten. Bei schlechtem Wetter könnte man hier problemlos ganze Tage verbringen. Nur die Öffnungszeiten wissen dies zu verhindern: Nach 21 Uhr spuckt einen das Centre Pompidou wieder vorsichtig aus.

Sonntagsbrunch


Pariser lieben einen guten Brunch am Wochenende, egal ob es sonnig ist, regnet, stürmt oder schneit. Die angesagtesten Adressen sind daher meist schon Wochen im Voraus ausgebucht. Ein bisschen Planung lohnt sich.

Kube Hotel

Im Kube Hotel im 18. Arrondissement gibt es nicht nur perfektes Rührei, frische Brötchen, Schinken, Käse, Obst und Saft, warme und kalte kleine Speisen und never ending coffee, sondern das Urban Jungle Feeling on top dazu. Außerdem kann man dort natürlich übernachten.

Café Cannibale

»Brunch tous les dimanches« sagt auch die Crew des Café Cannibale und fährt mit Avocadound Lachstoasts, Eggs Benedict, Kuchen und Granola sonntags von 12 bis 17 Uhr kulinarisch nach meinem Geschmack auf.

Auf vergangenen Spuren – Friedhof

»On y va«, sagt der Totengräber, halb Pole, halb Franzose, reicht mir seinen Regenschirm und läuft beherzt voraus. Eineinhalb Stunden lotst er mich, die ich zuvor völlig orientierungslos und leicht durchnässt über Paris‘ größten und berühmtesten Friedhof »Le Cimetière du Père-Lachaise« gestolpert bin, von Grabstein zu Grabstein, zeigt mir wild gestikulierend und in einem unverständlichen Kauderwelsch Erläuterungen in die Luft brummelnd die Beerdigungsstätten von Frederic Chopin, Oscar Wilde, Claude Chabrol, Edith Piaf, Maria Callas, Molière, Balzac und noch so manchen weiteren historischen Persönlichkeiten und führt mich schlussendlich zu Jim Morrison, Père-Lachaise’s wohl mit Abstand meistbesuchtestem Wallfahrtsort, den ich ohne ihn mit Sicherheit übersehen hätte. So unscheinbar liegt das kleine Grab trotz Blumen- und Kerzenschmucks im Schatten hoher Säulen. Ganze zehn Minuten stehe ich andächtig, mit leicht klopfendem Herzen und einem Lied der Doors auf den Lippen davor.