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sisterMAG Bücherkolumne – Lektüre für Zuhause

In einer sisterMAG Bücherkolumne stellt euch Autorin und Bücherwurm Martina Klaric wieder vier Bücher vor, die inhaltlich zu unserer HOME-Ausgabe passen und euch dabei helfen können, die Winterzeit Zuhause gut und mit ausreichend Lektüre zu überstehen. Alle Tipps findet ihr hier im Artikel.

sisterMAG Buchkolumne – Heute musst du lesen!

Lektüre für Zuhause

Die Winterzeit und der letzte Monat des Jahres 2020 sind angebrochen – Zeit also, endlich etwas zur Ruhe zu kommen und den Stress der letzten Monate von uns abzuschütteln. Das funktioniert besonders gut mit ausreichend Lektüre für gemütliche Feiertage zuhause. Auch in dieser Ausgabe hat Autorin Martina Klaric wieder Buchtipps zusammengetragen, die uns durch die Urlaubstage tragen und an neue, spannende Orte versetzen können.

Eine Liebe in Neapel

Von Heddi Goodrich, erschienen am 09. März 2020 bei btb (544 Seiten), ISBN: 978-3442718672, 12,00€

Jahre später, nachdem sie Neapel mit gebrochenem Herzen verlassen hat, schreibt er ihr: Dass er an sie denkt und damals die falsche Entscheidung getroffen hat. Flashbacks, Herzrasen, Sehnsucht – plötzlich ist für Heddi alles wieder da: die 90er Jahre im Spanischen Viertel von Neapel, wo sie als amerikanische Studentin die erste Freiheit des Erwachsenenlebens und die erste große Liebe erfährt. Es ist der Geologiestudent Pietro, dessen Ernsthaftig- und Tiefgründigkeit Heddi aus der Bahn wirft und glauben lässt, eine Liebe gefunden zu haben, die allen Widerständen zum Trotz hält. Aber sie hält nicht! Und Heddi macht sich nach Neuseeland und auf die Suche nach sich selbst auf – nicht ahnend, dass sie sich womöglich doch nicht in Pietros Gefühlen für sie getäuscht hat. Eine herzerwärmende Geschichte vor atemberaubender »Dolce Vita-Kulisse«. Da bleibt nur noch eines zu sagen: Buch und Herz auf und in Neapels tausendfache Sonnenuntergänge eintauchen.

Worauf wir hoffen

von Fatima Farheen Mirza, erschienen am 28. Februar 2019 bei dtv (480 Seiten), ISBN: 978-3423281768, 24,00€

Amar ist so etwas, wie der verlorene Sohn, der nach langer Abwesenheit wieder nach Hause zurückkehrt. Ein Streit mit seinem Vater Rafiq hatte ihn einst zur Flucht aus dem muslimischen Elternhaus bewogen, dessen strenge Regeln nicht zur amerikanischen Freiheitskultur zu passen schienen, in der Amar zunehmend den Ort seiner Selbstbehauptung sah. Seine ältere Schwester Hadia versucht zunächst, den Bruder in seinen Rebellionen zu schützen bis sie in seiner Flucht die Chance erkennt, ein Leben nach eigenen Vorstellungen zu führen. Sie nimmt nicht nur den Platz des Bruders in der Familienkonstellation ein, sie heiratet auch einen Mann, den sie sich selbst ausgesucht hat. Doch noch bevor sich ihre Hochzeitsfeier dem Ende zuneigen kann, taucht Amar wieder auf und wirft alles aus der Bahn. Aber: was hat ihn zur Rückkehr bewogen? Kann der Vater Amar vergeben? Und wird Hadia ihren Platz wieder an den einzigen Sohn und einstigen Stolz der Familie abtreten? Eine tiefgründige Familiengeschichte, die vor dem Hintergrund der US-amerikanischen Gegenwart die ganz großen Fragen nach Identitätsfindung, Heimatlosigkeit und Freiheit anreißt. Leicht geschrieben, mit jeder Zeile inspirierend und ein echter Pageturner! Kein Wunder, dass die großartige Sarah Jessica Parker diesen Roman zur ersten Erscheinung ihres Buchverlags SJP for Hogarth gemacht hat.

Judith und Hamnet

Von Maggie O’Farrell,, erschienen am 14. September 2020 bei PIPER (416 Seiten), ISBN: 978-3492070362, 22,00€

Die literarische Gattung der Tragödie neu erzählt! Maggie O’Farrell gehört nicht ohne Grund zu den wichtigsten irisch-britischen Autorinnen der Gegenwart. Ihr jüngster Roman ist schließlich eine kleine Sensation: Im Mittelpunkt der historischen Erzählung steht Shakespeares elfjähriger Sohn Hamnet, der eines Abends seltsame Beulen am Hals seiner Schwester Judith ertastet. In dieser Nacht ist niemand da, der den Kindern zur Hilfe eilt – weder Mutter Agnes, die im nächstgelegenen Ort Heilmittelkunde betreibt, noch der Vater, der in London mit Theaterstücken seinem Leben ein Sinn zu verleihen sucht. Alleinig das Lesepublikum ahnt zu diesem Zeitpunkt, dass eines der Kinder nur noch wenige Stunden zu leben hat. Maggie O’Farrells Roman liest sich als langersehnte Ergänzung eines Werks, ist dieser doch größtenteils aus der Perspektive von Shakespeares Frau Agnes geschrieben, die den bedeutenden Dramatiker in seiner Rolle als Vater und Ehemann neu betrachten lässt. Wer jetzt glaubt, auf schwere Dichterkost á la »Sein oder Nichtsein« zu treffen, der irrt. Und wird stattdessen von O’Farrells lebendiger Erzählkunst überrascht, die unser Jetzt von Augenblicken vergangener Zeiten durchdringen lässt.

Rebecca

Von Daphne du Maurier, erschienen (1938) 2016 bei Suhrkamp insel (524 Seiten), ISBN: 978-3458361343, 14,00€

Ein Hotel an der Côte d’Azur – es ist ein frühlingshafter Tag, als sich Maxim de Winter in eine aus einfachen Verhältnissen stammende junge Frau verliebt. Sie – Gesellschafterin einer reichen Dame – will nur eines: die Welt sehen! Er hingegen, wohlhabender Landbesitzer des Guts Manderley, ist verwitwet, als die beiden aufeinandertreffen. Noch bevor sie das Hotel wieder verlassen kann, hält Maxim um ihre Hand an. Sie ziehen schließlich gemeinsam auf sein Anwesen, wo sich nach und nach seltsame Dinge ereignen: nicht nur der Geist von Maxims erster Frau Rebecca scheint durch die Flure des großen dunklen Schlosses zu spuken. Auch der alten Haushälterin missfällt der Einzug der neuen Gattin – aber warum? Als zudem Rebeccas Leiche aus dem nahgelegenen Meer gefischt wird, ist klar: Maxims geheimnisvolles Schweigen hat einen Grund. Daphne du Mauriers »Rebecca« ist ein echter Klassiker mit Suchtpotenzial! Nicht nur Alfred Hitchcock fand den zwischen Krimi, Thriller und Spukgeschichte changierenden Stoff filmreif, sondern auch Netflix. Die erst kürzlich erschienene Neuverfilmung ist absolut sehenswert – kommt jedoch keinesfalls an die Lektüre heran!