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KRUPS: Interview mit Coffeologe Corrado Celebre

Für unser großes Partner Feature mit KRUPS hatten wir die Möglichkeit, den Kaffee-Experten und Markenbotschaftler von KRUPS, Corrado Celebre, für ein ausführliches sisterMAG Interview zu gewinnen. Taucht ein in die interessante Welt des Kaffees, seiner Zubereitungsart und den verschiedenen Kaffeemaschinen-Typen.

Interview

mit Coffeologe und KRUPS Markenbotschaftler Corrado Celebre

Bevor wir in das komplexe Thema Kaffee einsteigen, erzähle uns doch etwas von dir: wer bist du und was hast du mit Kaffee zu tun?

Mein Name ist Corrado Celebre, ich bin ausgebildeter Coffeologe und habe ein Unternehmen, bei dem sich alles um den Genuss dreht: meine große Leidenschaft! Die Marke CELEBRE – auch italienisch für »Berühmtheit« – steht also für alles von Kaffeeproduktion bis hin zu Barista-Workshops und neuerdings auch unserem Konzept für ein schlüsselfertiges Genusspaket in Form einer italienischen Barkette. Unter dem Motto #CELEBREYOURDAY ist das berühmte italienische Bar-Feeling, wo Kaffee und das Zelebrieren des Genussmoments gefeiert werden, unsere Spezialität. Wir produzieren unseren eigenen Kaffee und kaufen vor Ort bei den Bauern ein, um zu sehen, wo das Produkt herkommt und wie wir es am besten weiterverarbeiten können. Für mich ist das extrem wichtig, denn ich genieße vom Kaffee bis zu Speisen gerne alles was mit meinem Gaumen in Kontakt kommt! Bei CELEBRE produzieren wir auch den von KRUPS verwendeten Kaffee und ich bin das KRUPS Markengesicht für das Thema Kaffee.

Wann hat deine Leidenschaft begonnen und wie lange beschäftigst du dich denn schon mit dem Thema Kaffee?

Als Kind einer Gastronomiefamilie begleitet mich diese Leidenschaft seit meiner Geburt, aber richtig aktiv hat meine Beschäftigung mit dem Thema Kaffee und Genuss im Jahr 2007 angefangen, als ich mich beruflich in dieser Richtung orientiert habe. Nach meiner Ausbildung zum Coffeologen habe ich dann den Schritt vom Dienstleister, also vom Kaffee-Experten, zum Kaffeeproduzenten und dem Aufbau der Barista-Schule 2014 gemacht und dies in den letzten Jahren weiter ausgebaut.

Was genau ist denn eigentlich ein »Coffeologe«?

Im Kaffee-Bereich gibt es natürlich viele Berufswege: klassisch bekannt ist der Begriff »Barista«. In Italien ist ein Barista einfach der Barmann hinter dem Tresen, für uns im Deutschen und internationalen Raum ist ein Barista aber eher jemand, der gut Kaffee zubereiten kann. Im Gegensatz dazu ist ein Coffeologe tiefergehend ausgebildet und lernt von der Botanik der eigentlichen Pflanze und den Handelswegen, über das Rösten bis hin zur Zubereitung alles, was die Kaffeewelt so mit sich bringt. Ich interessiere mich auch ganz besonders dafür, ein Erlebnis für unsere Kunden zu kreieren.

Was sind denn die wichtigsten Zubereitungsarten von Kaffee und wie bereitest du ihn für dich zu?

Für mich persönlich ist die wichtigste Zubereitungsart des Kaffees der Espresso, weil er so zentral für die italienische Bar-Kultur und er die Basis für so viele andere Getränke ist, die wir hier in Deutschland gerne haben, wie dem Cappuccino oder dem Latte Macchiato. Es ist eine große Herausforderung, einen guten Espresso zuzubereiten – aber auch ein toller Filterkaffee ist etwas Besonderes und viel mehr als ein bisschen gemahlener Kaffee mit heißem Wasser! Man kann Kaffee ganz klassisch zubereiten, indem man das Mahlgut mit Wasser zusammenbringt und wartet, bis sich der Kaffeesatz absetzt. Oder man verwendet die Gravitationstechnik, bei der man einen Filter befüllt, heißes Wasser darüber gibt und dann über die Zeit, die das Wasser zum Durchfließen braucht, entscheidet, welche und wie viele Stoffe man in seinem Kaffee erhält. Wie der Name schon sagt, spielt beim Espresso (»esprimere« = Latein für »ausdrücken«, »auspressen«) der Druck eine ganz wichtige Rolle, durch den die Öle und Fette aus der Bohne gelöst werden. Und wenn man eine French Press verwendet, werden die Techniken von Zieh-Zeit und Druck natürlich kombiniert.

Und welche Zubereitungsart wendest du im Alltag am häufigsten an?

Tatsächlich verzichte ich zuhause mittlerweile darauf, alles komplett selber zu machen. Es gibt tolle Systeme, die die ganze Expertise eines Profis in einem Vollautomaten verpacken: morgens drücke ich noch halb blind auf einen Knopf und kann innerhalb weniger Momente einen Lungo genießen! In der Firma habe ich natürlich die besondere Freiheit, jegliche Technik zur Verfügung zu haben, wie beispielsweise eine große Siebträgermaschine. Und wenn es mal romantisch und nostalgisch sein soll, dann mahle ich meinen Kaffee per Hand, temperiere das Wasser und brühe alles langsam auf – ein seltenes Highlight, wenn man einen besonderen Kaffee von der Pike auf begleiten möchte!

Hast du Tipps, woran man als Konsument/-in erkennen kann, welche Kaffeebohnen gute Qualität haben?

Oft verlassen sich Konsumenten/- innen ohne spezifische Expertise natürlich auf gängige Markennamen oder bekannte Siegel wie die Bio-und Fair Trade-Siegel – dabei geht es hier natürlich darum, wie der Kaffee hergestellt und gehandelt wird und nicht um die Qualität der Bohne selber. Aber wenn man sich etwas in das Thema reinfuchst, fällt schnell auf, dass gewisse Dinge zu beachten sind: Sind zum Beispiel viele halbe, bröckelige oder »angeknabbert« aussehende Bohnen in der Packung, ist die Qualität eher minderwertig, denn je schöner und gleichmäßiger die Bohnen aussehen, desto homogener und hochwertiger ist die Selektion.

Ist die Bohne sehr ölig und dunkel kann man davon ausgehen, dass hier eine schnelle Industrieröstung, oder auch Schockröstung, für drei bis fünf Minuten mit sehr hohen Temperaturen von 500 bis 700 °C angewendet wurde, bei der viel Aroma zerstört wird und auch hohe Acrylamid- Werte im Kaffee entstehen. Im Idealfall also sollte man Bohnen in einem rehbraunen Ton (bei Espressobohnen darf es auch etwas dunkler sein) haben, der durch eine Langzeitröstung über 17 oder 18 bis hin zu dreißig Minuten bei niedrigeren Temperaturen von maximal 200 °C entsteht. Bei diesem schonenden Prozess entsteht weniger Acrylamid und das Endprodukt ist viel bekömmlicher für den Magen. Beim Röstprozess sollten vorsichtig die Restfeuchtigkeit und die schönen Aromen aus der Bohne gekitzelt werden – das riecht man dann auch im Vorgang, da sich der Geruch mehrfach wandelt.

Natürlich ist der teuerste Kaffee nicht gleich der Beste, aber wenn man bedenkt, dass Röstereien in Deutschland alleine 2,19€ an Röststeuern pro Kilo zahlen müssen, kann man sich schnell ausrechnen, dass bei einem Kilopreis von 8€ an anderen Stellen gespart wird. Ich empfehle immer gerne einen Besuch in einer Rösterei, denn die Profis dort geben sich viel Mühe bei der Selektion und bieten einen Kaffee, der mit Leidenschaft produziert wird.

Welchen Kaffeemaschinen-Typ kannst du für qualitativ hochwertigen Kaffeegenuss ohne zu großen Aufwand im Alltag empfehlen?

Diese Frage wird mir sehr oft gestellt und ich beantworte sie gerne mit ein paar Gegenfragen: was für einen Kaffee würde die Person gerne trinken, welche Kaffeegetränke mag sie und wie viel trinkt sie? Daraufhin kann man dann schauen, welcher Maschinentyp interessant wird.

Der Vollautomat, wie die Intuition Preference+ von KRUPS, ist optimal für jemanden, der espressobasierte Getränke liebt und viel Kaffee (also 5 Tassen oder mehr pro Tag) – aber er lohnt sich keinesfalls für eine Person, die ein oder zwei Tassen am Tag trinkt und so sechs Wochen braucht, bis sie sich durch ein Kilogramm Kaffee gearbeitet hat. Generell ist es wichtig zu wissen, dass eine offene Tüte Kaffee in einer halben Stunde schnell mal 80% ihrer feinen Aromen an die Luft verliert. Der Raum riecht dann zwar toll, aber der Geschmack ist nicht mehr in der Tasse – deshalb ist es besonders wichtig Kaffee luftdicht aufzubewahren. Gerade gemahlener Kaffee ist mit seiner größeren Oberfläche sehr empfindlich, sodass das Aroma von frisch gemahlenen Bohnen immer das Beste ist.

Jemand, der immer nur große Tassen Kaffee (vielleicht mit einem Schluck Milch) trinkt, ist mit einer guten Filterkaffee-Maschine, wie der Grind Aroma von KRUPS, mit ordentlicher Temperaturstabilität und einem großen Brühkopf mit mehreren Löchern auf jeden Fall besser bedient.

Für Personen, die vielleicht ein oder zwei Espressi am Tag und einige Cappuccini in der Woche trinken, ist die Nespresso Atelier Maschine aus der KRUPS-Range mit ihrer Tassenportionierung und der Frische-freundlichen Vakuum-Verpackung einzelner Kapseln ideal. Diese legt den Fokus auf den Espresso und lässt einen aber auch Kaffee-Mixgetränke vom Cappuccino und Latte Macchiato bis hin zu Iced Coffee und Irish Coffee zaubern. Wie eine kleine Espresso-Bar für zuhause!

Von der French Press zum Vollautomaten: was sollte man als Konsument/-in beachten, wenn man sich für ein Gerät entscheidet?

Während der Vollautomat vor 15 Jahren noch ein Statussymbol für viele Leute war, die einen großen, glänzenden Automaten in der Küche haben wollten, haben sich diese Maschinen heute für einen weitaus erschwinglicheren Preis zu einer tollen Komplettlösung für espressobasierte Getränke entwickelt. Der Vollautomat nimmt viel Arbeit ab und bietet tolle Zubereitungsmöglichkeiten auf Knopfdruck an, sodass das Kaffeetrinken selber in den Vordergrund rücken kann. Es gibt hier noch Unterschiede, z.B. in der Größe (sollte zum Beispiel ein To-Go-Becher darunter passen?), aber letztendlich ist alles eine Frage des Komforts und der individuellen Nutzung.

Was sind denn die besonderen Kaffeemomente für dich?

Kaffee ist für mich viel mehr als nur Geschmack. Was mich an der Welt des Kaffees so fasziniert, ist der Kontext, den der Kaffee mitbringt: In Italien ist die Espresso-Bar der zentrale Treffpunkt – und auch bei uns sagt man »wir treffen uns auf einen Kaffee«. Dabei geht es nicht um das Getränk, sondern um die Verbindung zu anderen Menschen, darum, in der Hektik des Alltags eine Auszeit zu genießen. Ich sage immer spaßeshalber: Brauchst du eine Pause? Willst du ein ordentliches Gespräch führen? Hast du Liebeskummer? Kaffee hilft! Wenn ein Röster einem erzählt, dass sich in der Bohne Aromen von getrockneter Ananas und etwas Schokolade verbergen und ich diese dann auch tatsächlich schmecken kann, ist das ein besonderes Erlebnis. Die Auszeit und der besondere Genuss gehen Hand in Hand.

In Deutschland gibt es eine sehr lange Kaffeetradition. Auch wenn sich diese stark von der italienischen unterscheidet, wird hier viel Kaffee getrunken. Kaffee ist das zweitgrößte Handelsgut der Welt nach Erdöl, aber weil die Pflanzen an den Berghängen oft armer Regionen wachsen, darf man die vielen Hände hinter einer Bohne nicht vergessen. Da geht es nicht nur um Qualitätsbewusstsein: Der Handelsweg ist genauso wichtig wie die Qualität, denn nur so kann man mit einer guten Tasse Kaffee auch den Moment und den Tag zelebrieren, wie wir bei CELEBRE immer sagen. Ob das ein Espresso, ein Cappuccino oder ein Filterkaffee ist, ist ganz egal – der gute Geschmack ist zentral für den Moment des Kaffeetrinkens und etwas, worauf ich mich jeden Tag freue!