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Eine kurze Geschichte der Kaffeemaschine

Erfahrt hier im sisterMAG von Autor Alexander Kords, wie die verschiedenen Typen von Kaffeemaschinen mit der Zeit entstanden sind und der Kaffeegenuss zunehmend einfacher wurde.

  • Text: Alexander Kords
  • Illustrationen: Ezbah Ali

Als Kaffeegenuss einfach wurde

Eine kurze Geschichte der Kaffeemaschine

Kaffeemaschinen sind schon was Feines: Sie machen das Kaffeekochen überaus leicht und lassen uns somit schneller in den Genuss des aufmunternden Heißgetränks kommen. Erfahrt hier, wie die verschiedenen Arten von Kaffeemaschinen entstanden sind.

Kaffeemaschinen machen das Kaffeekochen besonders einfach. Bekanntlich gibt es verschiedene Arten dieser Geräte. In unserem Artikel beschreiben wir, wann und wie sie entstanden sind. Außerdem geben wir einige Tipps, welche Maschine für wen am besten geeignet ist.

Kaffeekochen ist an sich ein nicht allzu komplizierter Prozess:

man gieße heißes Wasser über gemahlene Kaffeebohnen und schon ist das Getränk genießbar. Allerdings ist die Zubereitung von Kaffee doch mit einigen Aufgaben verbunden. So muss das Wasser erhitzt und das Kaffeepulver vom fertigen Getränk ferngehalten werden. Um den gesamten Vorgang zu vereinfachen, haben sich scharfsinnige Personen schon vor rund 200 Jahren damit beschäftigt, entsprechende Maschinen zu erfinden. Der Durchbruch gelang dem britischen Wissenschaftler Benjamin Thompson in den frühen 1810er Jahren. Jahrzehnte zuvor war Thompson bayerischer Kriegsminister und krempelte als solcher das Heer ordentlich um. Unter anderem stattete er die Soldaten mit vernünftigen Uniformen und wärmender Unterwäsche aus. Da er feststellte, dass Kaffee der Energie der Soldaten zuträglich war, setzte er sich in den Kopf, eine Methode zu entwickeln, das Getränk schnell und in größeren Mengen zuzubereiten. Letztlich erdachte er das folgende Prinzip: Wasser wird in einem Gefäß auf einer Wärmequelle erhitzt. Dann steigt es durch ein Röhrchen nach oben, wo es eine Schicht Kaffeepulver passiert. Obendrüber wird der nun fertige Kaffee in einem weiteren Behälter aufgefangen. Das gleiche Verfahren kommt bis heute bei Espressokannen zum Einsatz.

Die Filterkaffeemaschine wird geboren

Es war allerdings nicht Thompson, der die erste Maschine baute, die auf diese Weise Kaffee kochte, sondern der Pariser Schmied Joseph-Henry-Marie Laurens. Das war 1819. Über 130 Jahre lang sollte sein Perkolator das einzige Gerät bleiben, das die heimischen Mühen des Kaffeekochens auf sich nahm. Erst 1954 ließ der deutsche Unternehmer Gottlob Widmann die weltweit erste Filterkaffeemaschine patentieren – und machte damit das Kaffeekochen so einfach wie nie zuvor. Auch bei Widmanns Entwicklung wird das Wasser erhitzt, dann aber über das in einem Filter befindliche Kaffeepulver gegossen. Das fertige Getränk tröpfelt anschließend unten aus dem Filter in eine meist gläserne Kanne. Diese steht auf einer erhitzten Metallplatte, die den Kaffee warm hält.

Eine Kaffeemaschine als Internet-Pionier

Die ersten Maschinen brachte Widmann noch mit der Bezeichnung FK-1 auf den Markt, recht bald wurde das Produkt in Wigomat umbenannt. Rasch reagierten andere Unternehmen und entwickelten ähnliche Geräte. Auch unser Partner Krups erkannte schnell das Potential, das in der Filterkaffeemaschine steckte. So brachte die Firma 1956 eine elektrische Kaffeemühle auf den Markt, die im ersten Jahr mehr als eine Million Mal verkauft wurde. 1961 folgte mit der Onko die erste Kaffeemaschine aus dem Hause Krups. Die Zubereitung von leckerem Kaffee wurde zu einem wichtigen Geschäftsbereich des Unternehmens und das Sortiment an Maschinen immer größer. Witzigerweise hat eine Kaffeemaschine von Krups sogar Internet-Geschichte geschrieben. Im Jahr 1991 richteten Wissenschaftler der University of Cambridge eine Kamera auf eine Krups-Maschine und ließen sie regelmäßig Fotos davon machen. Die Bilder wurden über das interne Netzwerk auf die Computer des PC-Labors transferiert. Der Grund: Die Mitarbeiter hatten keine Lust mehr, zum weiter entfernten Standort der Kaffeemaschine zu spazieren, um nachzusehen, ob noch Kaffee in der Kanne ist. Dank der Kamera genügte nun ein Blick auf den Bildschirm. Als Internet-Browser ab 1993 Bilder darstellen konnten, ging das Signal auch an sie raus – die weltweit erste Webcam war geboren. Erst im August 2001 wurden Kamera und Krups-Kaffeemaschine außer Betrieb genommen. Letztere ist heute im Heinz Nixdorf Museums- Forum in Paderborn zu sehen.

Kaffee aus der Kapsel

Im Jahr 1991 ging Krups eine fundamentale Kollaboration ein und brachte mit Nespresso die erste Kapsel-Kaffeemaschine der Welt heraus. Das heute weit verbreitete Prinzip war damals eine Sensation: Der Nutzer musste lediglich eine Kapsel, die mit der genau richtigen Menge Kaffeepulver gefüllt ist, in die Maschine einlegen, einen Knopf drücken – und schon floss das Heißgetränk in die bereitgestellte Tasse. Auch dieses System fand bald Nachahmer und wurde in den 1990er- und den 2000er-Jahren von verschiedenen Firmen in ähnlicher Form auf den Markt gebracht.

Mit Hochdruck durchs Kaffeepulver

Neben dem Perkolator, der Filterkaffee- und der Kapselmaschine gibt es noch ein weiteres beliebtes Gerät zum Kaffeekochen: die Espressomaschine. Sie verwendet hohen Druck, um heißes Wasser durch zusammengepresstes Kaffeepulver zu drücken. Ganz nebenbei entsteht so auch die charakteristische Schaumkrone auf dem Espresso, die auch als Crema bezeichnet wird. Die erste Espressomaschine ließ sich der Italiener Angelo Moriondo im Jahr 1884 patentieren. Obwohl er seine Erfindung stets weiterentwickelte und das Patent immer wieder erneuern ließ, strebte Moriondo keine Serienproduktion an. Stattdessen fertigte er eigenhändig einige Maschinen und stellte sie ausschließlich in den Hotels und Bars auf, die er besaß. Erst 1905 begann der Unternehmer Desiderio Pavoni damit, Espressomaschinen in größeren Mengen herstellen zu lassen. Im Jahr 1933 entwickelte der gebürtige Ungar Francesco Illy eine Maschine, die Wasserdampf statt Wasser durch das Kaffeepulver drückte. Heutzutage stehen Espressomaschinen vor allem in Cafés und Restaurants, es gibt aber auch Geräte für den Hausgebrauch. Eine spezielle Art sind Vollautomaten, die einen besonders bequemen Kaffeegenuss versprechen. Sie kochen nämlich nicht nur automatisch den Kaffee, sondern mahlen vorher auch die Bohnen.

Filter- oder Kapselmaschine?

Welcher Kaffeemaschine man den Vorzug gibt, hängt vor allem von den eigenen Präferenzen ab. Ein paar Anregungen wollen wir dennoch geben. Die klassische Filterkaffeemaschine weckt bei den meisten Menschen höchstwahrscheinlich Erinnerungen an gemütliche Sonntagnachmittage bei Kaffee und Kuchen. Die Bedienung ist denkbar einfach, das fertige Getränk ist allerdings nicht unbedingt dazu geeignet, Kaffee-Feinschmecker glücklich zu machen. Für den morgendlichen Koffein-Kick ist der Filterkaffee aber allemal geeignet. Wer es abwechslungsreich mag, der kommt mit einer Kapselmaschine auf seine Kosten. Die Kapseln gibt es nämlich mit Pulver in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen. Heute ein Lungo, morgen ein Ristretto, und übermorgen ein Kaffee mit Vanille-Aroma? Mit einer Kapselmaschine kein Problem!

Alles unter Kontrolle

Wer viel Ahnung vom Kaffeekochen hat und den Prozess weitgehend kontrollieren möchte, der legt sich eine Espressomaschine zu. Bei ihr spielt nämlich der Mahlgrad des Kaffeepulvers eine ebenso wichtige Rolle wie der Druck, mit dem er gepresst wird und mit dem der Wasserdampf hindurchgedrückt wird. Experten sind in der Lage, den Zutaten immer neue Geschmacksnuancen zu entlocken. Ähnliches gilt für den Perkolator, bei dem neben dem Mahlgrad auch mit der Temperatur des Wassers experimentiert werden kann. Allerdings ist ein eher starker Espresso nicht unbedingt jedermanns Sache. Überaus komfortabel ist hingegen ein Vollautomat. Manche Modelle schäumen sogar Milch auf und lassen somit keine Kaffee-Wünsche offen.