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»Digital Ladies Travel« – Vilnius

Gemeinsam mit Autorin Sophia Schillik stellen wir euch in der »Digital Ladies Travel« Reiseserie eine neue Destinantion vor: Vilnius – Die Hauptstadt von Litauen. Für viele von euch bestimmt noch eine eher unbekanntes Reiseziel, was einen Besuch aber definitiv wert ist! Entdeckt hier im sisterMAG die schönsten Anlaufstellen in Vilnius.

»Digital Ladies Travel« sisterMAG Reise Serie Vilnius

Litauen ist für viele Europareisende noch ein weißer Fleck auf der Landkarte, findet Reisejournalistin Sophia Schillik. Sie hat Vilnius einmal auf links gedreht, für uns die besten Adressen erkundet und sich Hals über Kopf in die pulsierende Hauptstadt, ihre lebenslustigen Menschen, die innovative Gastro- und die alternative Kunstszene, die bewegende Geschichte, die vielen Anekdoten und das facettenreiche, wunderschöne Stadtbild verliebt.

Ich bin ein Kind des Südens. Seit ich denken kann, lockt mich im Sommer das Land, wo die Zitronen blühen, oder jenes, wo die Tartes au citron auf den Bäumen wachsen. Aber die Geschichte und Entwicklung Nordosteuropas fasziniert mich. Und so heißt die Losung dieses Jahr: Baltikum statt Bordeaux oder Bologna. Ich bin verblüfft vom Spirit der Litvaken, dem Vibe der Hauptstadt, den historischen Stätten und kulturellen Facetten, den fantastischen Restaurants und trendigen Cafés und Bars.

FAKTEN

  • Name: Der Name Vilnius ist abgeleitet vom Flüsschens Vilnia, das unweit des historischen Stadtkerns auf dem Gediminas-Berg in die Neris mündet.
  • Lage: Vilnius ist wunderschön gelegen in einer bewaldeten Hügellandschaft im Südosten Litauens, dort wo die Vilnia in die Neris mündet.
  • Lebensqualität: In einer Rangliste der Städte mit der größten Lebensqualität belegte Vilnius 2018 den 81. Platz unter 231 untersuchten Städten weltweit.
  • Größe: 65.300 qm groß.
  • Wetter: Die Litvaken lieben den Wechsel der Jahreszeiten und feiern die verschiedenen Abschnitte ganz bewusst. Dabei kann es im Winter durchaus schon mal kuschelige -30 Grad haben. Die Sommer dagegen sind den unseren gleichzusetzen, mit Spitzenwerten bis zu 33 °C.
  • Architektur: Vilnius ist für seine Barockarchitektur bekannt, die sich besonders in der mittelalterlichen Altstadt zeigt.
  • Anreise: airBaltic fliegt von vielen deutschen Flughäfen nach Vilnius

Guten Morgen Vilnius, das Wunderschöne

Es lohnt sich, früh aufzustehen und die ruhige Seite der City im sanften Licht der ersten Stunden zu erkunden. Die Straßen sind dann noch nicht ganz so überlaufen, und man kann ungestört schlendern, schauen, sich treiben lassen, hat die Erhabenheit der Stadt für sich allein.

Die wunderschöne Altstadt erkundet man am besten auf Schusters Rappen. Mit einer Fläche von 360 ha und zahllosen Bauten aus den verschiedensten Epochen zählt sie zu den größten und am besten erhaltenen Europas und ist seit 1994 auch Teil des UNESCO-Welterbes. Hier reihen sich stuckverzierte Häuschen und quirlige Terrassencafés aneinander, führen Treppen hoch zu verschiedenen Aussichtspunkten, schmale Gassen mit holprigem Kopfsteinpflaster zu verborgenen Orten und Innenhöfen oder breite Alleen zu imposanten Plätzen. Alles ist möglich, verlaufen erwünscht und verweilen ausdrücklich erlaubt. Vilnius hat einen ganz einzigartigen Vibe und vereint das Beste aus zwei Welten: Es ist einerseits eine lebendige und pulsierende Metropole mit einer sehr jungen und innovativen Szene, hat sich auf der anderen Seite aber immer noch seinen dörflichen Charakter und gemütlichen Charme bewahrt. Im Künstlerviertel Užupis spürt man diesen Zauber an jeder Ecke. Es hat sich 1991 für unabhängig erklärt und seine eigene Verfassung deklariert, die hier in vielen verschiedenen Sprachen hängt. Ihr zufolge hat jeder das Recht, glücklich zu sein, Artikel 17 gewährt aber auch das Recht, unglücklich zu bleiben. Užupis ist also ein Ort, an dem sich jeder frei fühlen kann, und genau das ist auch die Essenz der Republik: Freiheit. Sterblichkeit, so sagt die Verfassung, ist übrigens keine Pflicht. Die Bewohner von Užupis haben aber nicht nur eine eigene Verfassung, sondern auch einen eigenen Engel und eine sprechende Meerjungfrau. Wer von der Brücke aus auf die Skulptur schaut und mit dem Smartphone den QR-Code scannt, dem erzählt sie ihre Geschichte. Von hier aus lässt man sich am besten treiben und den Spirit der Künstlerrepublik auf sich wirken. Sie ist ein echter Brutplatz für zeitgenössische Ideen und Kunstwerke, eine Galerie unter freiem Himmel mit zahlreichen Installationen, brodelnder Energie und gemeinschaftlichen Projekten wie dem Užupis Inkubator – ein Ort, der zum Dialog einlädt und Platz für kreative Ideen und zeitgenössische Werke schafft.

Die Natur 

Die Litvaken sind große Naturfreunde und lieben es zu jeder Jahreszeit, an der frischen Luft zu sein. Grüne Lunge der Stadt ist der Park Bernardinų sodas . Hier kann man sehr gut ein paar Laufrunden drehen oder Seele wie Füße auf einer der Parkbänke baumeln lassen, den Einheimischen beim Schachspiel zusehen oder entspannt spazieren gehen.

Abhängen, lesen oder für das (Hochzeits-) Foto posen: Der Lukiškės-Platz gehört zu den beliebtesten und auch schönsten Plätzen der Stadt und ist ein Anziehungspunkt für alle, die Schönheit und Ruhe suchen. Wie so häufig in Vilnius geben sich hier Sonne und Schatten die Hand: Der Platz war früher eine Hinrichtungsstätte, ein Denkmalstein erinnert noch an die Opfer des Januaraufstands 1863. Heute ist es ein fröhlicher Ort voller Esprit, ein parkähnliches Fleckchen Erholung mitten im Zentrum, Anlaufstelle für Jung und Alt.

Wunder & Legenden 

In Vilnius erzählt man sich gern von Wundern und Legenden. Und so gibt es Dutzende von Geschichten über den Glockenturm aus dem 13. Jahrhundert, der sich über dem zentralen Domplatz erhebt. Die wohl schönste Story ist jene über den Glockengießer Jonas Delamarsas, der seine Frau so sehr liebte, dass er in alle Glocken ein Haar seiner Gemahlin schmolz. Seine Glocken sind der starken Liebe wegen natürlich die besten im ganzen Land.

Direkt auf dem Platz zwischen Kathedrale und Glockenturm befindet sich außerdem der magische Pflasterstein »Stebuklas« oder auch »Wunderfliese«. Wer sich auf sie stellt und dreimal um die eigene Achse dreht, dessen Wunsch wird, so sagen die Litvaken, in Erfüllung gehen.

Museum der Opfer des Genozids 

Die Hauptstadt Litauens hat eine starke und stolze Historie, von der die vielen Bauten und Denkmäler, die breiten Straßen, aber auch die verwinkelten Gassen erzählen. Jede Ecke, jeder Hinterhof, jedes Gebäude erzählt seine ganz besondere Geschichte. Manche sind laut, manche leise, manche sind voller Zauber, manche mit Liebe, manche mit Wehmut und manche mit Schmerz gespickt. Für alle, die sich nicht scheuen, auch einen Blick in den Schatten zu werfen, ist ein Besuch im Museum der Opfer des Genozids ein Must. Es befindet sich in dem Gebäude, das die deutsche Gestapo und der sowjetische KGB für Verhöre, Folterungen und Hinrichtungen politischer Gegner nutzten. Keine leichte Kost, so viel ist sicher, aber Teil der Geschichte Litauens. Sehr berührend: Ein paar Schritte vor dem Museums zeigt eine Freiluft-Ausstellung mit Zeichnungen die Erinnerung an diese dunkle Zeit aus Kindersicht und -stift.

Weitere lohnenswerte Museen: 

DAS NATIONALMUSEUM

  • mit seinen authentischen Exponaten, die die litauische Kultur und Geschichte, Bräuche und Lebensweisen der Litvaken widerspiegeln.

DAS MO MUSEUM

  • entworfen vom berühmten Architekten Daniel Libeskind, in dessen Ausstellung sich über 4.500 Werke der modernen und zeitgenössischen litauischen Bildenden Kunst von 1960 bis in die Gegenwart befinden.

DAS MUSEUM FÜR SAMUEL BAK 

  • das neben den Werken des jüdisch-litauischen Malers auch ständig wechselnde Ausstellungen anderer Künstler beherbergt.

Die Barockarchitektur

Vilnius ist bekannt für seine prachtvolle Barockarchitektur, und die Kirche St. Peter und Paul (lit. Šv. Petro ir Povilo) ist nicht nur eine der bedeutendsten Kirchen der litauischen Hauptstadt, sondern auch ein wahres Meisterwerk. Der Weg lohnt sich unbedingt: Von außen eher schlicht gehalten, begeistert die Kirche vor allem mit einem bis ins Detail ausgearbeiteten Innenleben. Die Skulpturen und Stuckarbeite sind einfach atemberaubend.

Auch die Kasimir-Kirche, benannt nach dem Schutzpatron Litauens, ist einen Besuch wert, und ebenso die Kirche der heiligen Katharina, die nach der Wiederherstellung der Unabhängigkeit Litauens komplett renoviert wurde. Beeindruckend schön ist auch die russisch-orthodoxe Kirche St. Michael und Konstantin.

Aussichtspunkte

Vilnius bezaubert mit zahlreichen Aussichtspunkten, von denen aus sich dem Betrachter faszinierende Stadtbilder erschließen: Mal ist es der Blick auf die moderne Skyline der City vom Tauras-Berg aus, mal eine Rundumperspektive vom Gediminas-Turm, den man unbedingt besteigen sollte. Er ist nicht nur ein wichtiges Wahrzeichen der Stadt, ein einzigartiges Bauwerk mit einer jahrhundertealten Geschichte, sondern birgt in seinem Inneren auch eine kleine Ausstellung über den Baltischen Weg, jene legendäre, 650 km lange Menschenkette, die die Bevölkerung der drei baltischen Staaten am 23. August 1989 bildeten. Sie reichte von Vilnius in Litauen über Riga in Lettland bis nach Tallinn in Estland und wurde zum Symbol des friedlichen Protests gegen die Sowjetherrschaft.

FUMparFUM

Aistis Mickevicius ist eigentlich Schauspieler und Radiomoderator, hat sich vor einigen Jahren aber seinen großen Traum erfüllt: Er ging bei den besten Parfumeuren der Welt in die Lehre und kreiert nun mit seinem eigenen Label sehr individuelle und einzigartige Parfums. Wer möchte, kann sich von ihm ein Parfum auf den Leib schneidern lassen. Der kleine Showroom von FUMparFUM ist wenige Schritte von der Bastei der Stadtmauer entfernt.

Wunderschön sieht sie aus, die Bastei der Stadtmauer von Vilnius, besonders kurz vor Sonnenuntergang an wolkenlosen Tagen. Dann leuchten die roten Dächer und das Mauerwerk der ehemaligen Verteidigungsanlagen mit den Heißluftballons um die Wette, die bisweilen von der Böschung aufsteigen. Von hier aus hat man auch einen tollen Blick auf die Stadt und ihre Kirchtürme. Wer dem Weg folgt und hinunter in die Altstadt steigt, gelangt zum Stadtteil Užupis und zum Stadtzentrum mit seinen modernen Hochhäusern.

In der Stikliu-Straße hängen sie als Lampions und erinnern daran, dass man in Vilnius tatsächlich mit einem Heißluftballon über die Altstadt schweben kann. Fahrten finden das ganze Jahr über statt und sind eine tolle Gelegenheit, denn Vilnius ist eine der wenigen Städte der Welt, in denen das möglich ist. Am anderen Ufer der Neris entsteht seit einigen Jahren eine Skyline, die an Frankfurt am Main erinnert. Wer Zeit hat, dreht eine große Runde am Fluss entlang und macht einen Abstecher ins Banken-und Geschäftsviertel.

Hübsche Cafés & coole Coffee Bars

…gibt es in Vilnius wie Sand am Meer. Und überall serviert das Barista-Team richtig guten Kaffee. Mein Favorit zum Entspannten und auch ruhigen Arbeiten ist das Brew Café . Im Café Huracan gibt es Flat White & Vinyl satt, es läuft den ganzen Tag groovy Sound, gemischt mit Folkloremucke im Balkan-Style, das Personal ist supernett, und man kann prima Szenestudien betreiben. Im Sommer trinkt man seinen Iced Latte außerdem unbedingt auch bei Kava Tau , fläzt in einem der Loungesessel und lässt den Blick in die Weite schweifen. Last but not least: das Elska Coffee . Nicht nur der Kaffee ist hier köstlich, sondern auch die kleinen Speisen, einige davon sogar vegan.

Egal, ob nur für ein paar Eggs Benedict bei Assorti oder den großen Wocheneinkauf mit lokalen Wurstwaren, verschiedenen Käsespezialitäten, saisonalen Früchten und Gemüse: Ein Besuch der Markthalle Halės turgus ist ein echtes Must für Foodies. Gerade weil hier nicht nur stationäre Händler, sondern vor den Toren der Halle auch einfache Leute die Früchte des Gartens und der Wälder anbieten, wirkt alles sehr echt und authentisch. Ein paar Häuserecken weiter heißt es im Moss Cafe dafür: Style hoch zehn und Brunch all day long. Der bezaubernd gestaltete Foodspot ist eine sehr gute Adresse für köstliche Frühstücksspezialitäten und kleine Gerichte, von Pancakes über Bagels bis hin zu Omelettes, oder Tagesgerichte wie Hummus mit Nüssen und Petersilienöl. Die junge Besitzerin hat sich hier nicht nur konzeptionell, sondern auch beim Interior Design ausgetobt und einen stilvollen Raum geschaffen, der sich locker auch in New York verorten ließe.

Restaurants

Fleisch ist mein Gemüse? Tatsächlich dreht sich in der ursprünglichen Küche Litauens fast alles um deftige Genüsse. Zu den beliebtesten traditionellen Gerichten zählt Cepelinai, mit Hackfleisch oder Quark gefüllte Kartoffelklöße. Es gibt aber auch vegetarische Speisen wie Saltibarsciai, eine kalte Rote-Bete-Suppe mit Ei. Die gehobene Gastronomie spielt mit diesen Traditionen und bindet sie in ihre modernen Interpretationen ein. Heißer Tipp: die Brasserie 14Horses unweit des Rathausplatzes.

Zum Bistro gehört auch das Hotel PACAI , eine Bar sowie das mehrfach ausgezeichnete Fine-Dining-Restaurant Nineteen18 , in welchem Chefkoch Matas Paulinas dem kulinarischen Erbe seiner Heimat mit einer unvergleichlich kreativen und mikrosaisonalen Küche Respekt zollt. Der Großteil der Produkte stammt von der restauranteigenen Farm sowie aus der umliegenden Natur. Geschichte für die Sinne!

Tipps von Locals 

Die besten Steaks der Stadt gibt es im Bon Chop . Auf zwei Etagen werden hier im coolen Setting Premium Cuts aus aller Welt serviert. Es ist, wie auch das Selfish , ein heißer Tipp von Locals. Unbedingt sollte man reservieren, da beide Restaurants sehr beliebt sind. Vor allem das mitten im Hotspot von Vilnius situierte Selfish hat eine große Fangemeinde und ist nicht nur am Wochenende bis auf den letzten Platz belegt.

Restaurant Dziaugmas

Vilnius‘ Restaurant Nr. 1 überrascht mit einem Feuerwerk an Ideen und Kreationen, die bei aller Kunstfertigkeit so natürlich und lässig wirken, dass man sich trotz des Fine-Dining-Charakters des Dziaugsmas wie zu Hause fühlt. Basierend auf dem, was Mutter Erde zu allen vier Jahreszeiten schenkt, serviert Chef Martynas Praškevičiu mit seinem Team kulinarische Wunderwerke von bezaubernder Schlichtheit, treffsichere Kombinationen aus frischen, nachhaltigen und lokalen Produkten, begleitet von ausgewählten und naturbelassenen Weinen. Das alles übrigens zu unfassbar fairen Preisen. Eine echte Entdeckung und ein Paradies für Gourmets.

Downtown Foodhall

One place, many tastes: Die Downtown Foodhall ist die perfekte Anlaufstelle für den kleinen oder großen Hunger mittags, nachmittags und abends und bietet von Sushi über Falafel, griechischen Spezialitäten, Peri Peri Chicken, Bao’s und Burgern alles, was das Fast-Food- Herz begehrt. Insgesamt vierzehn ausgesuchte Stände machen hungrige Gäste in entspanntem Ambiente restlos glücklich. Irgendwie cool: Ein Kino gehört zum Konzept dazu.

Shopping

De’Žavu Vintage Boutique . Die Litvaken haben ein Herz für Second Hand, und so schießen Vintage-Boutiquen in Vilnius seit ein paar Jahren wie Pilze aus dem Boden. Das De’Žavu, im Schatten St. Katharina-Kirche gelegen, hat eine besonders schöne Auswahl – sowohl für Ladies, die sich für fair Fashion begeistern, als auch für modebewusste Gentlemen. Alle Stücke erzählen ihre ganz persönliche Geschichte, die fortgesetzt und mit neuen Geschichten verknüpft werden möchte. Mode, die persönlich ist und nicht anonym.

Der Stadtteil Užupis und auch die Stikliu-Straße bieten eine individuelle Auswahl an Mode und Accessoires litauischer Designer, von ausgefallen und schräg bis schlicht und tragbar. Frische Talente bringen ihre Interpretation litauischer Mode auf die Stange. Zu den spannendsten Stores gehört sicherlich LOCALS.LT. , ein Kondensat lokaler Kreativer mit einem einzigartigen Sortiment. Wer litauische Haut Couture sucht, wird vielleicht in der Odminių-Straße fündig. Dort präsentiert der bekannteste litauische Designer, Juozas Statkevicius , seine extravagenten Kollektionen. Bei Giedrius gibt es Fashion Pieces aus litauischem Leinen und bei Mondri traumhaft schönen Schmuck.

Achtung, Achtung: Die Gefahr, in einen kleinen Shoppingrausch zu verfallen, ist im Raštinė mehr als wahrscheinlich. Der süße Schreibwarenladen hat so ziemlich alles, was das druck- und papierverliebte Herz begehrt. Bei der Vielfalt an Post-its, Notizbüchern und Indie-Magazinen kann man eigentlich nur schwach werden, und man sitzt sooooo gemütlich. Unbedingt versuchen: die veganen Kuchen.

Treffen sich eine Floristin und eine Barista – und gründen Vilnius‘ erstes (und bislang auch einziges) Flower-Shop-Café . Der Laden ist Heaven on earth für Blumenfreunde und Coffeejunkies und lohnt sich auch nur zum Schauen. Blumen und Kaffee fördern übrigens nachweislich die Serotoninausschüttung.

Graffiti

Die Litvaken haben nicht nur ein Faible für Barock, sondern auch eines für Murals. Genau dieser Kontrast macht das Stadtbild so einzigartig und facettenreich. Regelmäßig zieht das Vilnius Street Art Festival talentierte Künstler aus der ganzen Welt an. Eines der bekanntesten Graffitis befindet sich gleich gegenüber der großen Markthalle und stammt aus der Feder des Duos Os Gemeos aus São Paulo. Es ist eine Hommage an ihren litvakischen Großvater. Mindestens genauso bekannt ist das Mural in der Kauno Street von Sepe & Chazme, einem polnischen Sprayer-Duo.

Vilnius Soviet-Themed Walking Tour

Vilnius‘ Entwicklung ist rasant, das Stadtbild bildschön, und die Bewohner sind stolz auf ihren Freiheitskampf und ihre Unabhängigkeit. Nur hier und da erzählen noch vereinzelte Relikte aus der Sowjetzeit von einer turbulenten Vergangenheit. In einer privat geführten Tour kann man diesen Zeiten nachspüren und die jüngere Geschichte des Landes auf einem Streifzug der etwas anderen Art erkunden. Sie führt zu den Bauten aus der Zeit der sowjetischen Besatzung und zeigt die Brüche auf, die das Stadtbild prägen.

Der Architekt des Zentrums für zeitgenössische Kunst , Vytautas Čekanauskas, widmete diesen Hof den Skulpturen und schuf damit einen Park unter freiem Himmel, der die räumliche Kunst von Bildhauern aus aller Welt beherbergt. Dabei ist das architektonische Ensemble selbst bereits einen Besuch wert, die Exponate sind es natürlich auch. Derzeit werden dort die Skulpturen von Antanas Gerlikas, Donatas Jankauskas, Žilvinas Landzbergas, Mindaugas Navakas und Pakui Hardware ausgestellt. Vilnius galt seit seiner Gründung als eine der liberalsten Städte Europas, die im Lauf ihrer Geschichte zahlreichen verfolgten Juden Schutz bot. Als »Jerusalem des Nordens« wurde Vilnius zum Zentrum der jüdischen Kultur und Aufklärung, um 1900 war Vilnius eine der größten jüdischen Städte überhaupt. Das Jewish Center of Culture & Information ist eine wichtige Anlaufstelle für die jüdische Gemeinde der Stadt und gibt Auskunft über das reiche jüdische Erbe der City, die schönen Seiten ebenso wie die schmerzhaften: Mehr als 90 Prozent der jüdischen Bevölkerung des Landes wurde 1941 bis 1944 durch die Gestapo ausgelöscht.