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Aus der Ferne zur Nähe – »Nach dem Happy End« mit Andreas & Ashley

In unserer neuen sisterMAG Serie »Nach dem Happy End« stellen wir euch Paare vor, die aufgrund ihr Herkunft und Entfernung einige Hürden auf sich nehmen mussten. Aber wie geht es eigentlich weiter nach dem großen Happy End? Wie leben die Paare heute? Lernt in dieser Ausgabe Andreas aus dem Schwarzwald und Amerikanerin Ashley kennen, die sich in Deutschland kennen und lieben gelernt haben und inzwischen in den USA leben und arbeiten.

Wenn ihr Lust auf eine andere Liebesgeschichte habt, schaut doch mal in der Ausgabe No. 51 vorbei, wo wir euch Maria und Seth und Juliane vorstellen.

Aus der Ferne zur Nähe – »Nach dem Happy End« mit Andreas & Ashley

Ein Blick hinter die Kulissen interkultureller Paare

Ashley und Andreas interkulturelle Liebesgeschichte war wahrscheinlich eine der ersten, die ich aktiv verfolgt habe. Auf ihrem damaligen Blog nahm Kalifornierin Ashley ihre LeserInnen mit auf ihre Abenteuer als Frischverliebte und Jungverheiratete im deutschen Schwarzwald. Als die beiden dann nach Berlin umzogen, lernte ich wir sie auch persönlich kennen. Lest mehr über ihr Leben als Hochzeitsfotografen zwischen Kalifornien – Berlin – Schwarzwald in einer neuen Folge der Serie »Nach dem Happy End«.

Andreas & Ashley

wohnen in California, USA

Aus welchen Ländern kommt ihr?

Ashley kommt aus den USA – aus Kalifornien, um genau zu sein – und Andreas aus dem Schwarzwald in Deutschland.

Wie habt ihr euch kennengelernt? Wie begann Eure Geschichte?

Wir haben uns in einer Bar getroffen, als ich in Deutschland arbeitete. Andreas fiel mir sofort auf. Später am Abend fragte mich Andreas, ob ich mit seinem Freund tanzen will. Aber ich sprach noch kein Deutsch, daher übersetzte eine Freundin, dass ich lieber mit ihm tanzen würde. Wir haben uns gleich den Rest des Abends unterhalten. Um ehrlich zu sein: Unser erstes Date war eher weniger himmlisch und ein bisschen unangenehm. Aber glücklicherweise war Andreas hartnäckig und fragte mich erneut, ob ich mit ihm ausgehen will.

Wann habt ihr gespürt, dass es ernst ist zwischen euch? Seid ihr schon verheiratet, habt Kinder?

Es wurde ziemlich schnell ernst mit uns. Obwohl wir komplett gegensätzlich sind, kommen wir wirklich gut miteinander aus. Nach zwei Jahren Beziehung haben wir 2011 geheiratet. Und was Kinder angeht: Wir erwarten unser erstes Baby im Januar und sind so gespannt auf dieses neue Abenteuer.

Wie war die Hochzeit? Wie habt ihr beide Kulturen verbunden?

Ashley: Mein Onkel hat uns getraut. Die Zeremonie war in Englisch und Andreas’ Schwester hat alles auf Deutsch übersetzt. Wir haben in Cape Cod geheiratet, wo meine Familie ein Haus hat. Das ist ungefähr in der Mitte zwischen Kalifornien und Deutschland. Wir haben eine kleine Hochzeit gefeiert mit nur 45 Gästen, ungefähr zur Hälfte Deutsche und Amerikaner. Die Hochzeitsparty dauerte ein ganzes Wochenende. Und am Ende waren alle Freunde. Darauf haben wir gehofft.

Wie habt ihr entschieden, in welchem Land ihr leben wollt?

In den ersten vier Jahren unserer Ehe lebten wir in Deutschland. Ein paar Monate nach unserer Hochzeit zogen wir nach Berlin. Wir haben es dort geliebt und hoffen, irgendwann wieder dorthin zurückzugehen.

Wann und warum habt ihr entschieden, das Land zu wechseln?

Ashley: Vor dreieinhalb Jahren sind wir in die USA gezogen. Als Hochzeitsfotografen wussten wir, dass es uns helfen würde, unser Business auf die nächste Stufe zu heben. Außerdem wollten wir in der Nähe von meiner Familie sein.

ÜBER EUCH

War es immer ein Traum von euch, dauerhaft in einem anderen Land zu leben?

Ashley: Um ganz ehrlich zu sein, hatte ich nur wenig Interesse, in Deutschland zu leben. Ich habe nach dem College-Abschluss ein Jahr in Paris gelebt und es absolut geliebt. Als mir meine Firma einen Job in Straßburg angeboten hat, habe ich die Chance ergriffen. Letztlich wurde die Firma über die Grenze nach Deutschland verlegt. Das wusste ich nicht, als ich den Job annahm. Am Ende hat aber alles für mich gepasst.

Andreas: Ich habe immer davon geträumt, in den USA zu leben. Bei meinen Reisen habe ich mich in das Land verliebt.

Konntest du die Sprache sprechen, bevor du dorthin gezogen bist?

Ashley: Ich habe kein Deutsch gesprochen, bevor ich nach Deutschland kam. Es hätte ja eigentlich für meinen Job nach Frankreich gehen sollen, aber die Firma wurde stattdessen nach Deutschland verlegt. Mit der Zeit lernte ich Deutsch. Allerdings habe ich jetzt in Kalifornien nicht genug Möglichkeiten, die Sprache zu trainieren.

Andreas: Ich habe Englisch in der Schule gelernt und bin schon damit aufgewachsen, regelmäßig nach Connecticut zu meiner Schwester zu reisen. Und Ashley hat mir mit den Jahren ein bisschen amerikanischen Slang beigebracht. ;)

Wie gut kanntet ihr die Kulturen? Wie war es, eure berufliche Karriere in einem »fremden« Land aufzubauen?

Ashley hat ihr Fotografie-Business in Berlin gestartet, was tatsächlich eine großartige Stadt ist, um ein Business zu starten. Für Andreas war es nicht so leicht, in die USA zu ziehen, weil er seine deutsche Berufserfahrung als Buchhalter nicht sonderlich gut übertragen konnte. Daher beschlossen wir, gemeinsam hauptberuflich in unserem Fotografie-Business zu arbeiten, als wir in die USA gezogen sind. Andreas hat auch noch ein paar Buchhaltungskunden in Deutschland.

Was habt ihr am meisten aus euren Heimatländern vermisst bzw. vermisst ihr?

Ashley: Als wir in Deutschland lebten, hat mir manchmal gefehlt, wie einfach und schnell Dinge in den USA gehandelt werden. Ich liebe Deutschland, aber die Bürokratie kann manchmal echt anstrengend sein. Für alles sind Formulare nötig. Und es kann ewig dauern, bis es erledigt ist. Ich sehnte mich nach gutem mexikanischem Essen, dem Ozean, Freunden und nach meiner Familie. Und jetzt vermisse ich eine ganze Menge Dinge aus Deutschland.

Andreas: Ich vermisse das deutsche Gesundheitssystem und auch die Lebenshaltungskosten. Amerika ist teuer. Ich sehne mir auch sehr den Döner Kebab aus Berlin herbei.

Was war das Schwierigste am Umzug?

Es hat so viel länger gedauert, einen Ort zum Leben zu finden, als erwartet. Wir hatten ein großartiges Apartment in Berlin. Die Optionen, in Kalifornien waren dagegen schrecklich. Es ist nahezu unmöglich, eine Mietwohnung zu finden, in der Hunde erlaubt sind. Zum Glück haben wir schließlich einen schönen kleinen Ort für uns gefunden. Letztes Jahr haben wir unser erstes Haus gekauft. Es hat einen wunderbaren Rosengarten. Wir vermissen auch unsere Familie und Freunde in Deutschland sehr.