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Nach dem »Happy End« – Teil 1 mit Maria

sisterMAG-Gründerin Toni Sutter spricht mit interkulturellen Paaren über die große Liebe, die man im Ausland getroffen hat und darüber, wie es eigentlich nach dem »Happy End« weitergeht. Maria, die für die Liebe in die USA gezogen ist und inzwischen seit vielen Jahren dort lebt, erlaubt im ersten Teil des Features einen Blick hinter Kulissen ihrer Beziehung mit dem Amerikaner Seth. Wie funktioniert der Umzug in ein anderes Land? Wie verlief die Hochzeitsplanung? Wie findet man einen Job, ohne Muttersprachler zu sein? All das und mehr erfahrt ihr hier.

Aus der Ferne zur Nähe

Nach dem Happy End – Ein Blick hinter die Kulissen interkultureller Paare

Jeder, der in seinem Leben Zeit im Ausland verbracht hat, kennt diesen Expat-Traum: Man lernt den Mann oder die Frau seiner Träume kennen, es entwickelt sich eine märchenhafte Liebesgeschichte und man bleibt für immer zusammen in dem fernen Land.

sisterMAG – als zweisprachiges Magazin mit einem internationalen Netzwerk an Kontributoren – will über die Realität nicht nur Vermutungen anstellen, sondern einen Blick hinter die Kulissen auf das wirkliche Leben von interkulturellen Paaren werfen. Wie entwickelt sich das Leben nach dem Happy End? Menschen, die es wirklich erlebt haben, beantworten Fragen wie:

Wie funktioniert der permanente Umzug in das Traumland? Wie war die Hochzeitsplanung? Wie ist es, in einem fremden Land ohne das eigene Unterstützungsnetzwerk aus Familie und Freunden zu leben? Wie werden Kinder in einer fremden Kultur erzogen? Wie einfach oder schwierig ist es, einen Job zu finden, ohne Muttersprachler zu sein?

Im ersten Teil unserer Serie befragen wir mit Maria und Juliane zwei Deutsche, die in den USA und Schweden ihre Liebe fanden und daraufhin in die jeweiligen Länder gezogen sind.

Maria & Seth

wohnt in Clarksville, Tennessee, USA

Aus welchen Ländern kommt ihr beide?

Ich komme aus Deutschland und mein Ehemann aus den USA.

Wie habt ihr euch kennengelernt? Was ist eure Liebesgeschichte?

Wir haben uns – wie viele andere auch – kennengelernt, als er bei der US-Armee in Deutschland stationiert war und ich an der Uni Würzburg studiert habe. Er war eines Abends mein Gast im Restaurant, in dem ich damals gearbeitet habe. Wir haben gern gequatscht und Zeit miteinander verbracht – und der Rest ist, wie man so schön sagt, Geschichte.

Wann wusstet ihr, dass ihr zusammenbleiben wollt? Seid ihr verheiratet? Habt ihr Kinder?

Ich glaube, wir wussten, dass es etwas Ernstes ist, als ich mit ihm zusammen in die USA geflogen bin, weil seine Großmutter gestorben war. Einige Monate später wurde er für eine 6-monatige Friedensmission in den Kosovo geschickt und danach wussten wir mit Sicherheit, dass wir unser Leben zusammen verbringen wollen. Heute sind wir seit 16 ½ Jahren verheiratet und haben zwei Kinder, 12 und fast 10 Jahre alt.

Wie war die Hochzeit? Wie habt ihr die beiden Kulturen verbunden?

Unsere Hochzeit war wunderbar. Wir haben in meiner Heimatstadt geheiratet und die Zeremonie in der Kirche auf Deutsch und Englisch abgehalten. Wir haben außerdem die Traditionen genutzt, dass der Vater die Braut zum Altar führt und hatten Brautjungfern und Trauzeugen. Abgesehen davon war es eine ziemlich traditionelle deutsche Hochzeit und ich denke, es hat allen sehr gut gefallen.

Was waren die Hauptdiskussionspunkte bezüglich Kindererziehung?

Unser erster Diskussionspunkt war die Sprache. Wir haben beschlossen, dass ich mit den Kindern nur Deutsch spreche, während er Englisch spricht. Aus diesem Grund und auch weil wir es geschafft haben, mindestens aller zwei Jahre, wenn nicht sogar jedes Jahr nach Deutschland zu reisen, sprechen sie sehr gut Deutsch. Dass mein Mann Deutsch spricht und versteht, erleichtert die Sache sehr. Unsere Unterschiede in der Kindererziehung beruhen nicht so sehr auf der Kultur, sondern auf den unterschiedlichen Arten, wie wir erzogen worden sind.

Wie habt ihr entschieden, in welchem Land ihr leben möchtet?

Damals hatten wir keine wirkliche Wahl. Mein Mann ist beim Militär und die sagen dir einfach, wohin du gehen musst. Wir kommen nun aber an den Punkt, dass wir uns nach fast 16 Jahren in den USA entscheiden müssen, ob wir hierbleiben oder zurück nach Deutschland wollen.

Wollt ihr irgendwann auch noch einmal im anderen Land leben?

Ja, das möchte ich gerne.

Fragen an dich Maria

War es schon immer ein Traum von Dir, dauerhaft in diesem bestimmten Land zu leben?

Ich habe ein Jahr in den USA als Austauschschüler verbracht und wollte danach immer in den USA leben. Nachdem ich nun so lange hier gelebt habe und die Unterschiede zwischen den beiden Ländern kenne, würde ich lieber in Deutschland leben.

Wie gut kanntest du die Kultur?

Wie ich bereits erwähnt habe, hatte ich bereits ein Jahr in den USA gelebt, also eine ziemlich gute Vorstellung davon, was mich erwartet. Aber es ist sehr großes Land und wir haben bisher in vier verschiedenen Bundestaaten gelebt und die Kultur unterscheidet sich schon sehr zwischen Süden und Norden, Osten und Westen.

Wie leicht oder wie schwer war es für dich, dir in dem neuen Land, eine berufliche Karriere aufzubauen?

Ich habe in Deutschland ein Lehramtsstudium absolviert und wir sind ein Jahr vor meinem Referendariat umgezogen. Als ich mich dann hier in den USA an der Uni eingeschrieben habe, um es zu beenden, musste ich bei null anfangen. Die Kurse, die ich bereits absolviert hatte, wurden mir nur als Wahlfächer angerechnet. Das war sehr frustrierend. Aufgrund unseres Lebensstils und meiner Entscheidung, bis zum Schulbeginn der Kindern zu Hause zu bleiben, fange ich jetzt erst an, als Lehrerin zu arbeiten.

Was vermisst du am meisten an deinem Heimatland?

Ich vermisse die ganze Art des Lebens, dass man überall zu Fuß hingehen kann. Kinder können viel selbstständiger sein und Verantwortung übernehmen und Reisen ist viel einfacher.

Was war das Schwierigste am Umzug?

Von meiner Familie wegzuziehen, war definitiv das Schwierigste!

Wollt Ihr weitere Interviews in unserer Serie »Nach dem Happy End« lesen? Dann lest hier z.B. das Interview mit Juliane.