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Geschichte, Gesundheit, Gefahren: 8 überraschende Fakten zum Küssen

Knutschen, busseln, schmusen – es gibt so viele Worte für das Küssen, das das zentrale Thema in Gustav Klimts gleichnamigem Werk ist. Sie alle beschreiben die wohl zweitschönste Nebensache der Welt, die übrigens jedes Jahr am 6. Juli mit einem eigenen Ehrentag gefeiert wird. Ihre Bezeichnung soll vom altenglischen Wort »cyssan« abstammen und ist in der Forschung unter dem Begriff Philematologie bekannt. Und diese Nebensache ist nicht nur überaus angenehm, sondern auch gesund – aber auch ein wenig gefährlich, wie diese skurrilen Fakten zum Küssen zeigen. Lest im neuen sisterMAG den ganzen Artikel von Autorin Marlen Gruner.

Geschichte, Gesundheit, Gefahren: 8 überraschende Fakten zum Küssen

Küssen (ist mancherorts) verboten

Ziemlich absurde Gesetze gibt es rund um die Welt zum Thema Küssen. Im US-Bundesstaat Michigan etwa ist es einem Mann verboten, die eigene Frau an einem Sonntag, dem Tag des Herren, zu küssen. In Frankreich ist dagegen das Knutschen auf bzw. an einem Bahnübergang untersagt. Und das macht aus Sicherheitsgründen absolut Sinn. In Indonesien, Indien, Dubai, Malaysia und Russland ist das Knutschen in der Öffentlichkeit gleich ganz verboten.

Knutschen ist gesund

Ja, küssen ist gut für die Gesundheit. Genauer: für das Immunsystem. Denn dabei werden Bakterien ausgetauscht. Zehntausende wechseln dabei die Mundflora und kurbeln in der neuen Umgebung das Immunsystem an. Im Blut des Kusspartners aktivieren sie Abwehrzellen und wirken damit wie eine Impfung. Gleichzeitig wird beim Küssen der Speichelfluss angekurbelt, der den Zahnschmelz intakt hält. Außerdem wird die Ausschüttung des Stresshormons Kortisol gesenkt, die der Glückshormone Serotonin und Dopamin erhöht. Stress geht, Glücksgefühle kommen! Die kulminieren dann in einem richtigen Rausch. Das Gute daran: Er hinterlässt keinen Kater.

Küssen macht schlank

Daneben werden aber auch Kreislauf und Stoffwechsel angeregt. Gleichzeitig schnellen beim Knutschen Puls und Blutdruck in die Höhe. Dabei werden Kalorien verbrannt, österreichischen Wissenschaftlern zufolge sogar so viele wie beim Joggen auf 100 Metern. Fünf bis sieben Kalorien pro Kuss-Minute geben Forscher zur Verbrennung an. Um aber wirklich effektiv Kalorien zu verbrennen, müsste man wirklich lange und heftigst küssen.

Küssen kann gefährlich werden

Doch das Knutschen hat nicht nur positive Seiten. So gilt etwa in Mafiakreisen ein Kuss des Paten auf die Stirn eines Mafiosi als Todesurteil, was zeigt, dass er in Ungnade gefallen ist. Ebenso gefürchtet ist der Judaskuss, weil Judas laut Bibel Jesus durch einen Kuss verriet. Wer hat Angst vorm Küssen hat, der leidet unter Philemaphobie – die Zusammensetzung aus den Worten »philema« (Kuss) und »phobos« (Furcht). Auch aus medizinischer Sicht drohen Gefahren. So können nämlich durch das Küssen bzw. die dabei ausgetauschten Bakterien durchaus auch Parodontitis und Karies übertragen werden. Was aber nicht heißt, dass man das Knutschen unterlassen und beim kleinsten Zahnloch des Partners auf Abstand gehen sollte …

Küssen dauert immer länger

Während ein inniger Kuss in den 80er-Jahren nur durchschnittlich rund fünf Sekunden dauerte, sind es heute ganze zwölf. Wir lassen uns also mehr Zeit. Ein thailändisches Pärchen trieb es sogar auf die Spitze: Ekkachai und Laksana Tiranarat küssten sich insgesamt 58 Stunden, 35 Minuten und 58 Sekunden lang und stellten damit im Jahr 2013 einen Dauerknutsch-Weltrekord auf.

Küssen hat (keine) Geschichte

Lange wurde in einigen Teilen der Welt gar nicht geküsst – etwa in afrikanischen Stämmen und im Pazifik, fanden Anthropologen heraus. In China galt es als »widerwärtige Spielart des Kannibalismus« (1), erforschte ein französischer Ethnologe im Jahr 1897. Doch die westliche Welt machte das Küssen populär, trug die zweitschönste Nebensache durch Medien in die Welt hinaus. Heute küssen sich 90 Prozent der Menschen weltweit, allerdings nur knapp die Hälfte (46 Prozent) der erforschten 168 Kulturen aus romantischen Gründen. In einer liegt der Ursprung des Küssens begründet: Forscher glauben, dass es Indien ist. In dem Land wurden 5.000 Jahre alte und damit die scheinbar ältesten Darstellungen von Menschen entdeckt, die sich zu küssen scheinen.

Knutschen ist tierisch

Nicht nur Menschen ist es übrigens vorbehalten, ihre Zuneigung zueinander durch Lippen- und Zungenspiele zu zeigen. Auch Bären, Vögel, Hunde, Katzen und Affen »küssen« sich. Bonobos und Orang-Utans sogar mit Zunge. Vögel füttern ihre Nachkommen etwa mit vorgekautem Futter per Schnabel. Einige Forscher sehen darin Vorläufer des Kusses. Andere im Saugen von Babys an der Brust der Mutter. Wieder andere im Erkunden des Gegenübers.

Küssen mit Neigung

Die meisten Menschen küssen übrigens mit geschlossenen Augen. Rund drei Prozent der Frauen und 37 Prozent der Männer halten dabei die Augen offen, der Rest und damit der Großteil schließt die Augen. Aus weniger romantischem Grund, wie Forscher entdeckten: Die Psychologinnen Polly Dalton und Sandra Murphy von der University of London fanden heraus, dass visuelle Reize die fühlbaren beeinflussen können. Der Seh- dominiert dann den Tastsinn, also schließen wir unbewusst die Augen, um uns ganz aufs Knutschen fokussieren zu können.