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Männliche Kommunikationsmuster durchschauen und strategisch nutzen

Dr. Johanna Disselhoff zeigt euch in der neuen Ausgabe vom sisterMAG 5 Strategien, wie ihr männliche Kommunikationsmuster durchschauen und sie für eure eigene Karriere strategisch nutzen könnt. Sie sollen der Karrierefrau von heute helfen, die gewünschten beruflichen Ziele zu erreichen und sich im Beruf mehr Gehör zu verschaffen.

Männliche Kommunikationsmuster durchschauen und strategisch für die eigene Karriere nutzen

Reden ist Macht – wer das Wort hat und die meiste Redezeit beansprucht, dominiert im Meeting und bleibt den Vorgesetzten im Kopf. Frauen und Männer nutzen oft ganz unterschiedliche Kommunikationsstrategien im Job. Während Frauen in Gesprächsrunden oft abwarten, bis sich die Gelegenheit ergibt, das Wort zu ergreifen, reden Männer oft einfach drauf los.

Gerade, wenn Du in einem Umfeld mit einer eher männlich geprägten Kommunikationskultur arbeitest, dann kann es Dich und Deine Karriere enorm pushen, wenn Du bestimmte männliche Kommunikationsmuster gezielt für Dich nutzt. Wir haben dafür 5 Strategien für Dich zusammengestellt.

Strategie 1: Vortrag statt Dialog

Statt einfach zu sagen, was man sagen will, halte zunächst einen kleinen Vortrag! Du nimmst deutlich mehr Redezeit ein, als eigentlich nötig wäre und nutzt  die Chance,  den anderen TeilnehmerInnen im Kopf zu bleiben.

Wie Du diese Strategie für Dich nutzen kannst:

Im Meeting setzt Du diese Strategie für Dich ein, indem Du bei einem Thema, das Du vorstellen möchtest, nicht gleich offene Fragen stellst, sondern zunächst in Ruhe alle bisherigen Fakten zu deinem Projekt erläuterst und erzählst. So nimmst Du mehr Redezeit ein, informierst Deine KollegInnen und Vorgesetzten über Deine Arbeit und kannst anschließend Deine Fragen stellen.

Strategie 2: Unterbrechen statt ausreden lassen

Andere ausreden lassen, bedeutet, sie ernst zu nehmen und ihnen auf Augenhöhe zu begegnen. Gerade das missachten aber einige KollegInnen oder Vorgesetzte. Sie nutzen den umgekehrten Effekt für sich. Denn wer andere unterbricht, ihnen ins Wort fällt, der zeigt implizit, dass er sich selbst für wichtiger hält, den anderen nicht ernst nimmt oder die Idee des anderen nicht gut findet.

Wie Du diese Strategie für Dich nutzen kannst:

Diese Strategie solltest Du natürlich nicht eins zu eins übernehmen, aber in bestimmten Situationen kann sie hilfreich sein. Beispielsweise kannst Du diese Strategie einsetzen, wenn sich ein Kollege oder eine Kollegin in ein Thema verrennt und mit ihrem Monolog nicht fertig wird. Dann hilft es , einfach mal reinzureden und dem Thema eine neue Wendung zu geben. Dafür sind Dir mit Sicherheit auch die anderen Meeting-TeilnehmerInnen dankbar.

Strategie 3: Gleichzeitig reden

Diese Strategie ist der pure Machtkampf. Du willst etwas zu einem Thema sagen, aber der oder die andere hört einfach nicht auf zu reden und spricht parallel zu Dir. Auch hier ist die implizite Botschaft klar: Keiner will nachgeben und jeder hält seine Infos für wichtiger.

Wie Du diese Strategie für Dich nutzen kannst:

Diese Strategie kannst Du in zwei Varianten für Dich einsetzen. Du probierst einerseits einfach  aus, was passiert, wenn Du beharrlich weiter redest, sobald Dich jemand unterbrechen will. Andererseits kannst Du natürlich auch selbst jemand anderen unterbrechen und parallel zu ihm reden. Auch mit dieser Strategie verschaffst Du Dir Gehör. Diese Variante solltest Du aber eher vorsichtig nutzen und erst mal austesten, wie Deine KollegInnen und Vorgesetzten darauf reagieren.

Strategie 4: Was gibt es da zu lachen? Klare nonverbale Kommunikation

Wir Frauen neigen oft zu einem unnötig höflichen Verhalten im beruflichen Umfeld. Gerade in Meetings oder Kritikgesprächen kann unser nonverbal-höfliches Verhalten völlig falsch gedeutet werden. Dazu gehört zum Beispiel, dass wir sehr oft ein soziales Lächeln nutzen oder unterstützend Nicken. In Besprechungen oder Kritikgesprächen kann das aber als Zustimmung oder gar als  mangelnde Konfliktfähigkeit oder schlimmstenfalls als Belächeln der Situation gewertet werden. Und genau diesen Eindruck willst Du sicher nicht erzeugen. Männer verhalten sich im Vergleich dazu oft ganz anders. Sie lächeln in Besprechungen deutlich weniger und nicken nicht so oft. Sie halten sich mit sozialen, zwischenmenschlichen Signalen zurück und beziehen sich rein auf die Sach- und Inhaltsebene des Gesprächs.

Wie Du diese Strategie für Dich nutzen kannst:

Versuch in Meetings und beruflichen Gesprächen auf der Sachebene zu bleiben und Dir einen ernsten, interessierten Blick anzugewöhnen. In anderen beruflichen Kontexten kannst Du natürlich gerne Deine freundliche Art beibehalten, denn das ist eine absolute Stärke von uns Frauen. Du solltest nur lernen, diese Stärke gezielt einzusetzen.

Strategie 5: Klare inhaltliche Ausrichtung auf die eigenen Ziele

Männern wird im Arbeitskontext gerne vorgeworfen, dass sie egoistisch seien und nur an der eigenen Karriere arbeiten würden. Beispielsweise wählen sie Projekte und zusätzliches Engagement oft ganz klar nach dem Nutzen aus, den sie beruflich daraus ziehen können. Das wirkt dann auf Andere egoistisch und unkollegial. Allerdings steckt dahinter meist etwas ganz anderes: nämlich die klare Fokussierung auf die eigenen Ziele. Und das kann für die eigene Karriere enorm wichtig sein.

Wie Du diese Strategie für Dich nutzen kannst:

Diese Strategie kann Dir einen enormen Karriereschub geben, wenn Du sie richtig für Dich nutzt. Im ersten Schritt solltest Du Dir daher dringend über Deine eigenen beruflichen Ziele klar werden. Also frag Dich: Was will ich erreichen? Wie will ich arbeiten? Wo will ich in 5 Jahren sein? Welche Schritte möchte ich gehen? Was ist dafür notwendig? Finde Deinen beruflichen Fokus.

Dann kannst Du anfangen, Deine beruflichen Projekte und zusätzlichen Engagements darauf auszurichten. Suche Dir also in Projekten die Aufgaben heraus, die strategisch zu Deinen Zielen passen. Mit dieser Strategie trittst Du nach und nach deutlicher auf und entwickelst ein klares Profil.

Mit diesen 5 Strategien verschaffst Du Dir beruflich Gehör, Deine Leistungen werden endlich sichtbarer. Gerade wenn Du in einem Umfeld arbeitest, das eine eher männlich geprägte Kommunikationskultur verfolgt, helfen Dir diese Strategien, Deine Ziele zu erreichen.