Follow my blog with Bloglovin

Digital Ladies Travel: 1,5 Tage London

Um die Ausstellung »Christian Dior – Designer of Dreams« im Victoria & Albert Museum zu besuchen, nahmen die sisterMAG-Gründerinnen Thea und Toni ihre Mutter und Modedirektorin Evi mit auf eine kurze Reise: 1,5 Tage London. In der neuesten Ausgabe berichtet Thea über die besten Spots und Aktivitäten in der Hauptstadt Großbritanniens. Lest hier den vollständigen Reisebericht!

Digital Ladies Travel

1,5 Tage London

sisterMAG Reise Serie

Manchmal erzeugt eine Ausstellung so viel Spannung und Aufregung, dass Menschen aus der ganzen Welt hinpilgern. In den letzten Jahren hat dies die Christian Dior Ausstellung, zunächst in Paris unter dem Namen »Christian Dior, Couturier du Rêve«, jetzt in London mit »Christian Dior, Designer of Dreams« geschafft. Dass Modeschöpfer Christian Dior London und Großbritannien außergewöhnlich schätzte, ist für uns der Grund die sisterMAG Leserinnen in dieser Ausgabe in die englische Hauptstadt zu entführen. »Es gibt kein anderes Land auf der Welt, neben meinem Heimatland, dessen Lebensart ich so sehr schätze« sagte Dior einmal über Großbritannien.

Wer also mit einem kleinen Köfferchen nach London reist, um die Ausstellung zu besichtigen (einen ausführlichen Bericht findet ihr auf Seite xxx), kann auf den nächsten Seiten einen Guide für eineinhalb Tage London finden! Dabei sind einige Klassiker aber auch ein paar Geheimtipps, die es sich lohnt zu besuchen. Die Reisetipps sind zusammengetragen von sisterMAG Gründerinnen Toni & Thea, die gemeinsam mit Mutter Evi die Dior-Ausstellung besuchten.

Ankunft in Großbritannien

Unser Flug landet am späten Mittag in London. Grenzkontrolle und Abfertigung am Flughafen hält jeden Touristen der britischen Hauptstadt auf und so sollte man mindestens 2-3 Stunden (!) in die Innenstadt einplanen. Ein weiterer Tipp: Auch wenn man als Europäer den Reisepass zur Einreise (noch) nicht braucht, sollte man ihn mitnehmen. Dank elektronischem Reisepass (das kleine Zeichen  markiert einen biometrischen Reisepass) und elektronischer Kontrolle verkürzt sich die die Grenzkontrolle um mind. 30-40 Minuten.

Bereits am Flughafen begrüßen einen Costa, Nero und Prêt-a-manger als typische britische Ketten und ein erster Coffee-to-go versüßt die Reise in die Innenstadt.

English Tea Time

Wir beginnen unsere Tour in London am späten Nachmittag mit einer britischen Institution: einer echten English Tea Time. Vor allem der Nachmittagstee wird häufig zelebriert und es gibt (eigentlich) viele Regeln, die eingehalten werden sollten.

Man trinkt starken, schwarzen Tee (z.B. Earl Grey), der häufig durch Milch milder gemacht wird. Jedoch entbrennt schon hier der erste Streit: Ob zuerst die Milch eingeschenkt (Milk-in-first = Mif) oder der Tee als erstes in die Tasse gehört (Tea-in-first = Tif), ist eine jahrhunderte alte Streitfrage.

Dazu werden in vielen Londoner Etablissements verschiedene Kleinigkeiten (z.B. Gurkensandwich, Früchtebrot etc.) auf Etageren gereicht.

Brown’s Hotel

Eine Recherche der Top10 Tea Time Destinationen in London zeigt das Brown’s Hotel, welches bereits 1837 gegründet wurde. Es ist bekannt für seine traditionell-englische viktorianische Kultiviertheit, welche mit modernen Design-Elementen verbunden wird. Neben dem Tee-Salon ist auch die Bar einen Besuch wert!

Old Bond Street

Wer auf den Spuren Diors wandelt, kann auf der Old Bond Street die Moderne der Luxusdesigner bestaunen. Es gibt jedoch nicht nur die wunderschönen Schaufenster-Dekorationen von Louis Vuitton und Co. zu bewundern, sondern auch die eine oder andere architektonische Besonderheit. Ein Highlight ist zum Beispiel »The Royal Arcade«, die 1879 gebaut wurde und damit Londons älteste, zu Shopping-Zwecken gebaute Passage ist. Mit Satteldach, reich verzierten Stuck-Bögen, geschwungenen Glasfenstern und ionischen Säulen hat sich diese Passage in den vergangenen 138 Jahren kaum verändert. Alle ursprünglichen Elemente sind erhalten geblieben und machen sie somit zu einer der sehenswertesten viktorianischen Arcades bzw. Passagen. Insbesondere nach Sonnenuntergang lohnt es sich, hindurch zu schlendern und die Illumination zu genießen.

A Treat for Home

Eine Dose bei »Charbonnel et Walker« kaufen. Die Firma gibt es bereits seit 1875, als der damalige Prinz of Wales, Edward VII. zwei Damen – Virginie Eugenie Lévy, geb. Charbonnel & Minnie Walker ermutigt, eine eigene »Konditorei & Bonbon-Herstellung« zu beginnen.

Vormittag im Museum

Ob Tate Modern, The British Museum oder eben das Victoria & Albert Museum – London bietet für kulturell Interessierte eine Fülle an Ausstellungen und Museen. In vielen Institutionen ist der Eintritt sogar kostenlos und man muss nur für die Sonderausstellungen Eintritt bezahlen. Solltet ihr einen Besuch im V&A planen – persönlich ist dies unser Lieblingsmuseum in London – bieten sich folgende Tipps an:

Christian Dior –
Designer of Dreams

Wer noch bis 14. Juli 2019 die Ausstellung rund um Christian Dior besuchen möchte, kann online kaum mehr Tickets ergattern. Es lohnt sich daher, früh da zu sein und sich bereits ein- bis eineinhalb Stunden vor Museumsöffnung in die Schlange einzureihen.

Weiterer Tipp: Die Ausstellung ist für Mitglieder des Museums (V&A Membership) kostenlos.

Um die Wartezeit zu verkürzen, benötigt ihr erst einmal eine Stärkung und Kaffee. Zum Glück öffnen einige Coffee Shops rund um die Station »South Kensington« bereits früh ihre Türen. Besonders lecker: die Backwaren und ein Flat White bei GAIL’s direkt an der Station! Die Kette gibt es auch noch an anderen Stellen in der Stadt. Im kleinen Eckladen 45 Thurloe St. ist aber eh kein Platz zum Sitzen ;)!

Beim Warten

Um die Wartezeit etwas angenehmer zu gestalten, gibt es verschiedene Methoden: Wir empfehlen Lektüre auf den Stufen des V&A, die Gesellschaft einer guten Freundin oder verschiedene Hörformate! Die Podcasts und Bücher könnt ihr natürlich auch zu Hause wunderbar genießen. Wir haben sowohl Lektüre und Hörvergnügen rund um Dior zusammengestellt, aber auch ein paar Podcast-Folgen, die uns einfach erstaunt/überrascht/begeistert haben ;)! Viel Spaß damit!

Autobiographie: »Dior und ich«

Podcast »Business of Fashion« mit Maria Grazia Chiuri über ihre weibliche Perspektive für das Haus Dior (engl.)

Roman »Ein Kleid von Dior« von Paul Gallico – Bezaubernde Geschichte über eine Londoner Putzfrau, deren größter Wunsch ein Kleid von Dior ist.

Podcast »This American Life« Folge 654 »The Feather Heist«: Ein Flötist bricht ins Britische Museum ein und stiehlt mehr als eine Million Dollar an antiken Vögeln. Warum und was danach passiert.

Roman »I’ll Drink to That« von Betty Halbreich with Rebecca Paley – Betty Halbreich erzählt aus ihrem langen Leben als Personal Shopper für Bergdorf Goodman.

Podcast »Glossy«  – Glossy ist ein wöchentliches Format, welches den Einfluss von Technologie auf die Mode- und Luxusindustrie untersucht.

Podcast »ADAY Gründerin Nina Faulhaber« Episode 21 im sisterMAG Radio Podcast

Roman »Gods and Kings: The Rise and Fall of Alexander McQueen and John Galliano« von Dana Thomas

Roman »Tales from the Back Row« von Amy Odell – Sammlung per­sönlicher Essays über eine junge Frau, die in der Modebranche tätig ist.

Nicht Verpassen:

Beim Hinausgehen aus dem V&A sollte man nicht den Haupteingang nutzen, sondern die Atmosphäre und ruhige Eleganz des Vorplatzes auf der Exhibition Road genießen. Auch ein kleines Café lädt hier zum Stopp ein.

Außerdem: der Museumsshop und der Innenhof des V&A sind einen Besuch wert!

Schönster Lunch Spot

An jeder zweiten Ecke kann man in London ein wunderschönes Restaurant, Café oder einen Concept ­Store  entdecken. Wir machen uns auf den Weg nach Marylebone und genießen einen kleinen Snack im
Sourced Market auf der Wigmore Street. Seit 2007 gibt es »Sourced Market« mit mittlerweile 4 Locations in London. Das Konzept: regionale, britische Produkte. Die Idee: Farmer’s Markets mitten in die Stadt zu bringen!

Hinkommen

Um möglichst viel von London zu entdecken, nutzen wir Bus statt U-Bahn und fahren mit Linie 74 vom V&A bis George Street. Von dort sind es nur 8-10 Minuten zu unserem nächsten Ziel: VV Rouleaux.

Bänder & Federn

VV Rouleaux ist ein modernes Kurzwarengeschäft im Herzen von London. Egal ob man Bänder, Garnituren oder Feder benötigt, hier ist man an der richtigen Stelle. Auch Workshops zum Herstellen von Stoffblumen oder Fascinators werden angeboten. Ein Besuch ist der Laden allein schon aufgrund der Deko und der wunderschönen Farbenpracht wert.

Ein Nachmittag auf der High Street

Marylebone High Street

Nach einem ausführlichen Museumsbesuch und leckerem Snack ist nun Zeit, die High Streets der britischen Hauptstadt zu genießen. Es ist fast egal, welche man sich aussucht. Beinahe jeder District kann mit einer niedlichen Hauptstraße voller Geschäfte – Ketten und Independent – aufwarten.

Marylebone ist seit dem 17. Jahrhundert ein beliebter Stadtteil in London, wie der Katalog berühmter Einwohner (damals wie heute) belegt. Weniger touristisch als die weltbekannte Oxford Street kann man auf der Marylebone High Street ruhiger und eleganter an Geschäften entlangschlendern. 

Vom Kurzwarengeschäft VV Rouleaux ist es nur ein Steinwurf zur High Street, sodass man am südlichen Ende beginnt und entlang vieler Geschäfte bis zum nördlichen Ende an der Marylebone Road läuft.

Der wohl schönste Buchladen Londons befindet sich auf der Marylebone Street: Daunts Books ist ein wunderschöner edwardianischer Laden mit einem eleganten, dreistöckigen Hinterzimmer mit Eichenbalkon, Wintergartendecke und Glasfenstern.

Damals wie heute ist es bei Daunts Books üblich, die Bücher hauptsächlich nach Ländern zu ordnen, unabhängig von der Art desBuches, ob Belletristik oder Sachliteratur, Biografie, Geschichte, Reiseführer oder Roman. So wird das Suchen nach der richtigen Literatur fast zum Fernweh-Erlebnis!

Bestes Dinner

So richtig britisch und klassisch geht es im »Prince Regent« zu. Hier finden wir zwischen Rugby-Begeisterten einen Tisch und bestellen ganz traditionell »Fish & Chips«. Der frittierte Fisch zerfällt fast auf der Gabel und neben Pommes fehlen natürlich auch nicht die Tartare Sauce, Mushy Peas (Erbsenpüree) und der Zitronenschnitz. Wirklich zu empfehlen!

Zum Shoppen

Fischer’s

Inspiriert vom österreichischen Kaffeehaus ist das »Fischers« der perfekte Grund, um sich chic zu machen! Ein Café-Restaurant mit 100 Sitzplätzen, welches schon Frühstückswilligen offen steht und bis nachts Getränke und komplette Gerichte serviert.

Interessant: Das Fischers trägt die Handschrift der Restaurant-Schwergewichte Chris Corbin & Jeremy King, die 2003 durch die Wiedereröffnung des Wolseley  Schlagzeilen machten.

Weitere Stopps und Highlights, die man nicht verpassen sollte:

The Conran Shop

Ein altes Stallgebäude dient dem Conran Shop als Zuhause. Im Inneren findet man eine eklektische Mischung aus Haushaltswaren, Möbeln, Beleuchtung, Textilien und Kunst. Designklassiker und innovatives Design von heute werden hier Hand in Hand präsentiert. Das Herzstück findet man allerdings im obersten Stockwerk mit dem »Ultimate Conran Apartment«.

The Garden of Rest

Die letzten Stunden

Wer am Sonntag den Rückflug plant, muss leider auch hier wieder genug Zeit für die Fahrt und Sicherheitskontrollen an den Londoner Flughäfen kalkulieren.

Wer von Gatwick den Nachhauseweg antritt, kann aber vielleicht noch ein kleines Highlight vor dem Rückflug erleben.

Nur 10 Minuten Laufweg von Victoria Station (hier fährt der Gatwick Express ab) befindet sich das über Landesgrenzen hinweg bekannte Café »Peggy Porschen«. Die deutsche Konditorin und Bäckerin erlangte Berühmtheit, da selbst Stars wie Gwyneth Paltrow oder Stella McCartney hier ihre Torten und Kekse bestellen. Das in Rosa gehaltene Eckcafé auf der Elizabeth Street ist daher fast immer komplett besetzt und ohne Reservierung reiht man sich in lange Schlangen ein. Und doch: Das Café macht sonntags bereits um 8 Uhr morgens auf und ist herrlich leer. Nur vereinzelte Gäste und Anwohner finden den Weg in den rosa Traum. Uns bleibt genug Zeit, um ein Stück Torte und einen Cappuccino zu genießen und glücklich in den Zug zu steigen.

Elizabeth Street

Das Café Peggy Porschen befindet sich auf einer wunderschönen Straße namens »Elizabeth Street« und wer hier noch einige Minuten oder Stunden verbringen kann, sollte dies auf jeden Fall einplanen! Als Verbindung zwischen dem Eaton Square und der verkehrsberuhigten Buckingham Palace Road bietet sie beinahe ein dörfliches A­­mbiente mit einer handverlesenen Auswahl an Geschäften, ­Restaurants & ­Cafés. Während Peggy Porschen und Dominique Ansel weltweit für süße Kreationen bekannt sind, kann das Geschäft von Catherine Muller das gleiche im Bereich Floristik von sich behaupten. Bräute können im Juweliergeschäft von Jenny Packham fündig werden und der weltberühmte Hutdesigner Philip Treacy hat sein Boutique-Geschäft ebenfalls in der Elizabeth Street.